Mit Wendelstein 7-X in die Zukunft


Mit Wendelstein 7-X in die Zukunft gehen

Mit Wendelstein 7-X in die Zukunft gehenDie Menschen hatten es mit dem Fusionsreaktor Wendelstein 7-X geschafft, über 80 Millionen Grad Celsius zu generieren. Ein enormer Erfolg für die Wissenschaft – und die Menschheit.

… Die Energie ballerte nur so heraus, über 100 Millionen Grad Celsius schossen vor ihnen herum. In Schutzwesten mit Kochschürzen umgebunden, mit Sichtschutzdoppelhelmen und obenauf Kochmützen standen die Maîtres de Cuisine Martha, Darfo, Sonja und Johnny da. Zusätzlich über der sechs Zentimeter starken Isolationsschicht über ihren Patschehändchen hatten sie Backofen-Handschuhe an. Sicher war sicher. Das war nicht nur bei den Menschen so, nein, auch Schmetterlinge hatten knallharte Sicherheitsbestimmungen, vor allem wenn es darum ging, einen Toast in einer Mikrowelle zu machen. Auf Schmetterlingsart, versteht sich. Sie hatten streng nach Protokoll gearbeitet – nun war vielleicht der leckerste Toast Hawai, den die Welt jemals gesehen hatte, fertig. Mit weit über 1,3 Megawatt hatten sie ihre süße Leckerei für knapp eine Viertelsekunde “gegrillt”. “Ping”, machte es so schnell, dass die Schmetterlinge es gar nicht mitbekommen hatten. Sie standen immer noch davor und warteten. Eine gefühlte Ewigkeit. “Ist es noch nicht fertig?” “Hmmm”, grübelte Sonja. Konnte man eigentlich nicht ganz genau so sagen. Die Blitze waren verschwunden, aber vielleicht gab es noch eine Abklingphase? Es qualmte ordentlich an den Seiten heraus. Die kleinen Schmetterlinge wussten sich nicht anders zu helfen – und warteten. Warten mussten auch die Menschen. Sie waren noch nicht so weit wie die Märchenwesen und einige andere Lebewesen im Universum, aber gut Ding will Weile.

Der Testreaktor Wendelstein 7-X

In Mecklenburg-Vorpommern haben sie jetzt im Februar 2016 den Testreaktor Wendelstein 7-X in erweiterten Betrieb genommen. Nicht so viel wie bei den Schmetterlingen, aber immerhin 80 Millionen Grad Celsius heiß, hatten sie es ebenso für eine Viertelsekunde geschafft, Wasserstoff zu verschmelzen. Das Vorbild: die Sonne. Die Menschen arbeiteten schon seit Jahrzehnten daran, die solare Verbrennung auf der Erde künstlich nachzumachen – und damit eine Energiequelle zu entwickeln, die auf Langzeit unvorstellbar ergiebig, aber auch unvorstellbar umweltfreundlich sein soll. Nur standen sie aus Märchenwesensicht noch weit am Anfang, doch es schien zu klappen. Wendelstein 7-X war eine Miniversion, nach seinem Vorbild, oder sogar noch wesentlich besser modifiziert, sollen später große Fusionsreaktoren entstehen. Vier Eimer Wasser könnten dann eine Großstadt versorgen, der Verschmelzung zu Wasserstoffplasma sei dank. Doch bis dahin wäre es noch eine lange Zeit. Eine lange Zeit schon standen die Schmetterlinge nun auch selber bereits vor ihrer Mikrowelle. Ihre Bäuchlein knurrten, Johnny lief bereits der Geifer an der Seite herunter. Wie lang ist denn nun eine Viertelsekunde? Am besten wäre es wirklich, die Hersteller würden ein Lämpchen anbringen, das dem Benutzer signalisiert, wann der Vorgang abgeschlossen ist. Und schwuppsdiwupps hatten alle vier Schmetterlinge bereits eine Zuckerwatte in der Hand, um sich die Wartezeit für ihren Toast Hawai zu versüßen – und starrten auf die Mikrowelle. Knirsch, Knirsch, Knirsch …

guckst du süddeutsche und n24

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2 comments on “Mit Wendelstein 7-X in die Zukunft

  1. Kein Datum kein Sinn! Der ganze Bericht ist ohne jeden Wert, wenn das Datum fehlt !

    • Alex on said:

      Hallo Karsten, danke für den Hinweis. Die Schmetterlinge haben noch schnell das Datum reingeschrieben. LG Martha, Darfo, Sonja und Johnny