Astronauten hörten Flötenmusik hinter dem Mond


Astronauten hörten Flötenmusik hinter dem Mond

Astronauten hörten Flötenmusik hinter dem Mond1969 hörten NASA-Astronauten „Weltraummusik“. Niemand glaubte ihnen. Märchenliebhaber auf der Erde wissen aber, dass bei guten Mondwinden so manch ein Konzert im Herzen gehört werden kann.

… Er war ein Künstler, ein Meister, ein Virtuose – und jetzt hockten knapp 10.000 erstklassige Märchenwesen aller Couleur vor ihm, Don Piccolo Darfo. Und es war wunderschön: Auf der erdabgewandten Seite des Mondes hatten sie schon vor Jahrtausenden eine geheime Geheimstadt errichtet. Ein Großteil war unterirdisch, aber einige Bauten wie diverse Aussichtsplattformen für Verliebte oder einfach nur Sternenliebhaber waren obermondisch angelegt worden. Eine architektonische Meisterleistung darunter: diese Royal Butterfly Hall. Gut drei Quadratkilometer groß, mit einer durchsichtigen Märchenwesen-Spezialdachkonstruktion, funkelten so die Sterne auf faszinierendste Weise hinein, dass sie keine eigene Beleuchtung brauchten. Die Gläser der Konzerthülle so speziell, sie fingen Licht aus allen Himmelsrichtungen ein. Die Sitze der Tribünen waren dazu noch so hergestellt, dass sich jeder Zuschauer in jede Richtung drehen konnte. Vertikal wie horizontal. So konnten Musiker und Künstler bewundert, aber auch das gesamte sichtbare Universum während eines Konzertes verträumt angeschaut werden. „DimDimDimDim“, stand nun ein kleiner Großmeister-Schmetterling vor seinen Mitmusikern. Darfo klopfte mit seiner metallenen Flöte auf das Pult: „Konzentration, Konzentration, bitte“, befahl er ganz Dirigent. Sofort verstummte auch das murmelnde Publikum der Westseite, die Ostseite brauchte noch ein wenig. Süd- und Nordränge waren da schon disziplinierter – bis auf drei Schmetterlinge. „Juuuuuuhu“, jubelte nun ein verliebtes Schmetterlingsmädchen, sprang schnell von ihrem Sitz auf und verteilte Handküsschen an das komplette Publikum. „Das ist Darfo – und das ist meiner!!!“, rief sie schnell, zeigte auf ihren Schmatz, äh, Schatz. Rund eine Million Lebewesen blickten sie an, dann Darfo – aber es gab keinen Lachanfall. Die gesamte Milchstraße wusste: das war Martha, Freundin des Darfo. Mit Johnny und Sonja – die gerade vor Schamesröte auf ihren Sitzen zerschmolzen – gehörte sie du den coolsten sprechenden Schmetterlingen und Märchenwesen, die es in diesem und noch in zwei anderen Paralleluniversen gab. „Silentium, raunte nun Darfo in seinem schwarzen Frack, mit weißer Fliege um die Brust. Schnell hatte er den Moment der Ablenkung genutzt und sich noch passend gekleidet. „Silentium“, hob er seine Piccoloflöte.

Was die Astronauten hörten …

Das war das Zeichen: Alle 10.000 Musiker vor ihm hoben ebenfalls ihre Flöten, sofort schossen knapp 100.000 blau leuchtende Glühwürmchen freudig strahlend in die Lüfte. Es war ein Firmanent der Hoffnung, der Liebe, der Zukunft, des Friedens, der magischen Kunst. Das Blau der Glühwürmchen vermischte sich mit den goldglänzenden Sternen auf schwarzem Hintergrund. Hier und dort schoss noch das ein oder andere Raumschiff des normalen interstellaren Personennahverkehrs durch das eigentlich unendliche Bild. „Trois, deux, un“, zählte Darfo an – und dann spielten sie alle mit einem Mal los. Direkt hielten alle Kameras drauf. Denn: Das war der Mondrekordversuch im Flötenspiel. Bereits im Mai 1969 hatten sie es ein erstes Mal geschafft, damals waren allerdings nur rund 100 Schmetterlinge an den Start gegangen, es gab lediglich eine Handvoll Zuschauer. Die Musik trällerte daher zwar intensiver in den Weltraum hinaus, aber sie schworen sich, sie würden noch besser werden. Einige der Flötenkünstler hatten dank der Unaufmerksamkeit des Publikums sogar noch die Zeit gefunden, den Astronauten Thomas Stafford, John Young und Eugene Cernan zu winken. Das Konzert war nicht nur für die Schmetterlinge eine Premiere, auch die drei Raumfahrer flogen zum ersten Mal hinter dem Mond entlang. Doch die Mission der Märchenwesen war in den Jahren schwieriger geworden: Es galt in den Folgejahren immer wieder, noch größere Rekorde aufzustellen. Denn: Sie mussten nicht nur die Qualität übertrumpfen, sondern auch immer mehr Musiker mit auf die Bühne bringen. Hier ging es ja schließlich mittlerweile um das Weltraum-Guiness-Märchen-Buch der Rekorde! Das Witzige: Ihr Gegner waren sie sebst. Die eigenen Leistungen mussten getoppt werden. Was mit den Jahren dann wider Erwarten immer leichter wurde. Immer mehr Märchenwesen fanden Interesse daran, ganze Familienclans buchten mittlerweile im Frühling einen Zwei-Wochen-Urlaub auf dem Mond. Ein Highlight dabei war dann das Konzert. Schwer war es hingegen den Astronauten der Apollo-10-Mission ergangen. Sie hatten die „Weltraummusik“ gehört, aber niemand hatte ihnen auf der Erde geglaubt. Schlecht für die Astronauten, gut für die Märchenwesen. „Lallallallallallal“, erfüllten nun die Flötenklänge von 10.000 Märchenmusikern die Rückseite des Mondes. Und alles sah direkt danach aus, dass sie auch in diesem Jahr den eigenen Rekord knacken würden. „Lallallallallaaaa“. „Vielleicht laden wir nächstes Jahr einmal ein paar Astronauten ein?“ Johnny und Sonja mussten kichern. Konnte man eigentlich machen. Denen glaubte ja sowieso keiner. „Lallallallallaaaa.“ …

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