Save the bees!


Save the bees

Save the beesDer Mensch hält das Schicksal in den eigenen Händen. Und eine Sache ist nun sternenklar: Save the bees!

… In die goldene Himmelsstadt kehrte Ruhe ein, Feierabend im Märchenland. Am Horizont weideten friedlich die Schäfchenwolken, die letzten Wetterhelfer schalteten in der großen Wetterzentrale von Petrus die letzten Lampen aus. Bunte Einhörner kehrten in ihrer Hippie-Straßen zurück, Elfen machten sich schläfrig bettfertig. Fantastisch anzusehen: Ein weiterer Sonnenuntergang, der den Frieden und die Liebe an der Schöpfung ausdrückte – in einem Rot-Orange, das Herzen schmelzen ließ. Das war der ruhige Teil. Andere hingegen zog es in die beliebten Hafenkneipen in der Wolkenstadt. Dort sangen sie magische Lieder, tanzten fröhlich umher, tranken Honigmet und Himbeerwein. Und besonders im „Himmlischen Anker“ ging es heiß her. Bis auf die Straße standen die Zuschauer. Sie waren wieder da: die Menschheitslenker! Die Würfel klimperten nur so über den Tisch. Hier wurde gezockt, was das Zeug hielt. Ein Riese war der Wirt, es roch urig nach jahrtausendealtem Holz, Schweiß und verschüttetem Bier. Wunderhübsche Hexen nutzten die Gunst der Stunde, verdrehten Männern die Augen – und bestohlen sie eiskalt. Und sie bekamen es nicht mit. Alle schauten gebannt zu dem Quartett: Es ging um Millionen, nein, Milliarden. „Ich geh mit!“, raunte Schmetterling Darfo, schaute seine Mitspieler grimmig an: Sonja mit Sonnenbrille auf der Nase, Johnny mit Baseballcap tief im Gesicht, und einen alten Weißhaarigen. Sie würfelten „Wir spielen Mensch – zerstöre die Welt, so schnell du kannst!“ „Hehe“, fluchte Darfo. Jeder hatte drei Wurf. Am Ende würde sich entscheiden, wer die ihm in diesem Jahr zugewiesene Nation beeinflussen durfte. Vernichten oder bewahren – so lautete das Motto einmal im Jahr. Und sie sollten Angst haben, die Menschlein. Denn was hier entschieden wurde, wurde auf dem blauen Planeten wahr. Fukushima, Tschernobyl, der Tsunami von 2004 – alles war hier oben besiegelt worden. Diesmal würfelte Johnny die Geschicke für Deutschland, Darfo die der USA, Sonjas Würfe bestimmten das Schicksal Chinas. Das Ergebnis des Weißhaarigen bedeutete Fluch oder Segen für Südamerika. „Zack“, knallten sie wieder auf den Tisch, „Zack“, erschraken sich die Anwesenden, sie alle hatten ihre zwei Würfe hinter sich, nun wurde es ernst. „Haunsereinmann!“, winkte Schmetterlingsmacho Johnny den Wirt hierher. Sie kannten ihn noch als Sheriff, aber heute Abend war er mit anderer Aufgabe vor Ort. Der Riese und sein Team brachten schnell noch die nächsten Bestellungen – als das „Omen“ den Raum betrat. Eine grüne Krakengestalt schlurfte glibbrig durch die Spelunke, an vier Tentakeln hatte sie die verzauberten Karten kleben. Und kaum hatten sie sich versehen – lagen die Bestimmungen für die einzelnen Länder auf dem Tisch.

Den Katastrophen entkommen

USA: Donald Trump. Würde Darfo es schaffen, würde er der nächste Präsident werden. China: Tianjin Teil II, irgendwo im Land. Deutschland: Grevenbroich, eine Explosion des modernsten Kohlekraftwerks würde das Erdreich so erschüttern, dass in der Eifel ein Supervulkan ausbrechen würde. Südamerika: Der Zika-Virus würde mutieren, sich zu einem Killer verwandeln, der vier Fünftel der Menschheit auslöschen würde. Dann hielten alle den Atem an: Johnny exte sein Glas Erdbeerinha, nahm sich eiskalt den Spielbecher … und schüttete ihn über dem Tisch aus. „Woaaaaaaaaa“, riefen die Zuschauer aus, dann blieben die Würfel stehen: Drei Sechser – Deutschland hatte Glück gehabt! Sonja wischte sich die Schweißperlen von der Stirn, nahm aber auch ruckizucki die Würfel, steckte sie in den Becher – und schüttete diesen mit einer Geschwindigkeit aus, dass sie alle zweimal hinschauen mussten. „Wooooooaaaaaa“, kam es aus ihnen allen wieder heraus. Drei Sechser!! Glück gehabt China!! Die Köpfe drehten sich. Der Weißhaarige trank ebenfalls noch schnell einen Schluck, murmelte noch etwas in der Art von „Egleichmcquadrat“ – und schüttete den Spielbecher über dem Tisch aus. „Woooooaaaaaaaaa“, konnten es die Zuschauer nicht fassen. Schon wieder: Drei Sechser!!! Wahnsinn!!! Auch Südamerika war der Katastrophe entkommen. Einmalig! Fantastisch! Schnell erkannte der Wirt die Gunst der Stunde: Er und sein Team drehten jedem noch ein weiteres Getränk an. Darfo kratzte bereits die Würfel auf dem Tisch zusammen, schob sie wieder in den Becher hinein und schaute sich um. Alle Augen waren auf ihn gerichtet. Vereinigte Staaten von Amerika, es ging los – und schon flogen die Würfel über den Tisch. Es dauerte gefühlte Ewigkeiten, bis sich die Drehungen verlangsamten, aber sie wollten nicht fallen. Der eine schwenkte nach links, der andere nach rechts, der andere drehte sich einfach im Stand. Es vergingen Sekunden über Sekunden … dann blieben sie auf ihren Kanten stehen, fielen aber nicht hin! „Wooooaaaaaaaaa“, jubelten die anwesenden Bewohner der Wolkenstadt. Unentschieden!! Es konnte nicht gesagt werden, ob die USA von Donald Trump heimgesucht würden oder nicht.

Save the bees

Und „Platsch“ landete eine weitere Karte auf dem Tisch. Das Orakel, der Schiedsrichter. „Es gibt nun eine Aufgabe, die alle Märchenwesen zu erfüllen haben!“ Ruhe, Stille, Schockschwerenot. „Was?“, hauchte schon die erste Zuschauerin. „Was??“, kam es bereits von ganz hinten aus dem Raum. Darfo schaute verdutzt Sonja an, die Johnny und den Weißhaarigen. Der Mysteriöse fasste sich als Erster ein Herz und beugte sich nach vorne. Er drehte die Karte um – und las sie laut vor: „Save the bees!“ Alle rissen die Augen auf, das war eine Mission! Sie mussten sie erfüllen, sonst würde nicht nur Mutter Natur vernichtet werden, nein, auch die goldene Himmelsstadt würde mit untergehen. Ihre Aufgabe war sofort klar, alle fingen bereits an, die Mission bis nach draußen auf die Straße weiterzutragen. Sie lief von Nord nach Süd, von Ost nach West. Schon flogen die ersten Pegasi nach unten auf die Erde, die restlichen Märchenwesen dieses Planeten informieren. „Alle müssen die Menschen dazu bringen, die Bienen zu schützen, die Natur wieder aufzubauen!!“ Die Lage ist bitterernst! Weltweit sind immer mehr Bienen, Schmetterlinge und andere Bestäuber-Tiere vom Aussterben bedroht. Und die Botschaft ist eindeutig, auch menschliche Wissenschaftler wissen bereits Bescheid: „Viele Bedrohungen habe der Mensch zu verantworten. Die Experten nannten unter anderem die Reduzierung von landwirtschaftlichen Flächen, den Anbau von Monokulturen, starke Verwendung von Pestiziden und den Klimawandel“ als Gründe, heißt es da. „Save the bees!“ „Wooooaaaaaaaaaaa“, sagte jetzt auch Johnny und kippte sich noch schnell einen Erdbeerinha hinter die Binde. Der Weißhaarige hielt immer noch die Karte in der Hand, dann schaute er das Orakel fragend an. Sonja nahm sich das Papier und blickte drauf. „Woaaaaaaaa!“ „Save the bees!“, stand dort geschrieben. Aber da war noch ein Zusatz: „Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben; keine Bienen mehr, keine Pflanzen, keine Tiere, keine Menschen mehr!“ Sonja, Darfo und Johnny blickten den Weißhaarigen an. Der schluckte gerade ebenfalls einen Humpen Honigmet herunter. Er war schon seit Jahrzehnten ihr neuer Mitspieler hier oben. Die drei Schmetterlinge kannten seinen Vornamen. Albert. „Ja“, hob er unschuldig die Hände. „Das ist mein Spruch.“ Save the bees! …

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