Piratengeschichte: Der Blubber-Angriff


Piratengeschichte mit einem Blubber-Angriff

Piratengeschichte mit einem Blubber-AngriffDas Ziel ist im Visier, die Mannschaft ist unruhig – lasst den Blubber-Angriff beginnen!

… Die Sonne brannte auf das offene Vorderdeck, es herrschte die Ruhe vor dem Sturm. Die Elfen waren Position, wenn man das so sagen konnte: Wie japanische Touristen standen sie mit Fotoapparaten und Ferngläsern bewaffnet, hatten Popcorn und Zuckerwatte in den Händen. Die „Weiße Libelle“ war voll auf Kampf eingestellt. Das knalle bunte Piratenschiff bewegte sich keinen Millimeter, schwappte lediglich mit dem leichten Wellengang auf und ab.

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Diese Geschichte ist Teil des Buches „Die Weiße Libelle“. Hier im Blog entstanden hat sie im Buch noch einmal eine fantastische Verwandlung erlebt! Nur noch rund 60 Prozent von dem, was hier steht, findet sich in dem Piraten-Abenteuer in der Nordsee wieder. Also einfach kaufen, lesen und begeistert sein!

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Die Spannung war sprichwörtlich zu sehen: Baronesse Martha de beau hockte im Bikini, mit Strohhut und Sonnenbrille auf der Nase auf ihrer Sonnenliege. Nervös tippelte sie mit dem Füßchen hin und her. Sie hatte sich extra mit wasserfester Sonnencreme eingeschmiert. Damit keine Tropfen in den eisgekühlten Erdbeerinha plumpsen würden, hatte sie sich noch ein Schirmchen in Herzchenform besorgt. Und jetzt sollte es losgehen. Auch die anderen Offiziere an Bord konnten es kaum noch abwarten: Lieutenant Darfo gab bereits die Instruktionen zum Kapern, merkte aber, dass die Elfen ihm nicht zuhörten. Rudermann Blackbeard Johnny hatte sich mit unzähligen Seilen am Ruder festbinden lassen. Seinen Sheriff-Stern hatte er extra poliert. Er war der Kapermeister der Truppe, wenn es losgehen würden, würden alle auf sein Kommando hören. Hoffentlich.

Auf Verbündete ist Verlass!

Und Wild Wild Sonja? Der Captain der „Weißen Lillie“ stand wie eingemeißelt dort. Wild Wild Sonja schaute grimmig aufs feindliche Schiff, suchte aber auch immer wieder die Meeresoberfläche nach den ersten Zeichen ab. Sie hatten die Nachricht gesendet. Der Blubber-Angriff würde erfahrungsgemäß in den nächsten Sekunden starten. Auf ihre Verbündete unter Wasser war Verlass. „Es sei denn, ihnen ist mal wieder ein ordentlicher Schwarm Tintenfische über den Weg geschwommen, dann dauert es“, flüsterte Darfo Johnny rüber. Beide guckten ein wenig geknickt. Ja, das konnte sein. Ihre Verbündeten waren ganz schöne Schleckermäulchen. Als Sonja das hörte, verdrehte sie ihre Augen. Ja, das stimmte. Aber der Satz hätte auch für jedes Mitglied ihrer Crew gelten können. Allerdings würde es sich nicht dabei um Tintenfische handeln, sondern um Zuckerwatte, Erdbeerinha oder andere herrliche Leckereien. „Ein Glas Wasser?“, bot jetzt Schleimerix, das an Land lebende Fischwesen, Captain Sonja an. Ganz versunken in Gedanken nahm sie den Becher und kippte ihn mit einem Mal herunter. Sofort wurde sie grün, blau, rot. „Pfffffffft“, spuckte sie es aus. Salzwasser!! „Würg“, rang sie immer noch um Fassung … und verdrehte wieder die Augen. Logo, dass Schleimerix ihr sein Lieblingsgetränk angeboten hatte. Doch langsam wurde sie nervös.

Der Kontaktmann

„Aber gut, dass du da bist!“ Schleimerix rutschte unruhig auf seinem Schleim hin und her. „Warum?“ Hoffentlich sollte er nicht den Köder spielen. Vielleicht war der Blubber-Angriff abgesagt worden? „Du bist doch unser Kontaktmann?“ „Kontaktmann?“ Sonja schaute ihn jetzt ebenfalls fragend an. Schleimerix war nicht der Hellste. „Kontaktmann!“ „He?“ „Nach unten!!“ „Ooooooooh“, verstand Schleimerix jetzt, was sie sagte. Gut, es hatte auch noch gebraucht, dass sie auf die Nordsee und dann noch nach unten gezeigt hatte, aber jetzt hatte er wirklich verstanden! Ehrenwort!! „Und was soll ich machen?“ „Öööööh“, stöhnte Wild Wild Sonja auf. Immer diese Hobby-Piraten. „Frag nach!“ Aaaaaah. Schleimerix watschelte fix zur Reling – und sprang über Bord in die Nordsee. Wild Wild Sonja blieb felsenfest auf der Stelle stehen, Lieutenant Darfo eilte schnell hinterher und schaute auf die Meeresoberfläche. Außer ein paar Bläschen war nichts mehr zu sehen.

Die Entermannschaft ist bereit

Die „Weiße Libelle“ lag mehr oder weniger ruhig in der See. „Hoho“, kam es mit einem Mal vom Ausguck. Sofort richteten sich hunderte Kameras nach Backbord. Ja! Da war es wirklich zu sehen!! Als erstes sahen sie zwei, drei große Blasen an die Meeresoberfläche ploppen, dann immer mehr. Und sie nahmen Kurs auf das Drecksschwein vor ihnen! Der Crawler vor ihnen, der Umweltsünder mit seiner kilometerlangen Ölspur, entfernte sich leicht von ihnen. Aber immer näher und näher kamen die Blasen ihm, immer mehr und mehr stiegen empor. „So viele“, hauchten bereits die ersten Elfen. Lieutenant Darfo peitschte seine Befehle an die Entermannschaft. „Bluuuuuuub, Bluuuuuuub, Bluuuuuub“, waren die Blasen jetzt auch schon zu hören. Die „Weiße Libelle“ geriet ins Schwanken. Erst leicht, dann immer heftiger. Blackbeard Johnny zog sich seine Augenklappe vor das Auge, schaute noch schnell, ob er wirklich, wirklich fest am Ruder festgebunden war. Und dann geschah es:

Der Blubber-Angriff beginnt

„Oooooooooh“, schreiten alle Zuschauer des bunten Piratenschiffs auf. „Hihihi“, kicherte Martha, jetzt, da sie endlich die Wasserspritzer abbekam. Nun bemerkte anscheinend auch die Besatzung des nordkoreanischen Umweltsünders, dass es schlimm um sie stand. Sie wurden angegriffen! Hektisch rannten sie hin und her, es schien, als würden die Motoren aufheulen. Zu spät. Nur wenige Meter vor ihnen schossen zehn, nein, 15, nein, knapp 20 Potwale aus dem Meer, sprangen meterhoch in die Luft – und brachten den Crawler mit den Wellen, die sie beim Aufschlagen auf dem Wasser erzeugten, schon fast zum Kentern. Es gehörte zum Ehrenkodex eines jeden Meeressäugers, der „Weißen Libelle“ zu helfen. Wild Wild Sonja gab den entscheidenden Befehl. Sofort mussten die zwangsverpflichteten Enter-Elfen die Segel hissen. In Sekunden nahm die „Weiße Libelle“ Fahrt auf. Lieutenant Darfo rannte mit einem Megafon nach vorne, kletterte auf die Galionsfigur, den güldenen Löwen mit Flügeln. „Im Namen der bewohnten Welt, der Erde und des Lebens, schallten sie ihre Maschinen aus und ergeben sie sich uns!!!“, brüllte er voller Hass zum Crawler herüber. Aber es schien, dass die Nordkoreaner immer noch dem Irrglauben erlegen waren, sie hatten eine Chance, aus der Sache heil herauszukommen. Sie gaben Gas – aber sie merkten nicht, dass sich die Potwale direkt unter ihrem Schiff sammelten. Bei ihrem Sprung hatten sie so viel Luft in sich hereingesogen, dass ihre Lungen zu explodieren drohten. Und das durften sie auch – nur unter dem Schiff. Der Blubber-Angriff begann!

Matrosen fallen von Bord

„Blub, Blubb, Blubbb, Bluuuuuuuuuub“, schossen die Blasen von knapp 20 Potwalen heraus. Die „Weiße Libelle“ schwankte zwar auch wie wild, nahm aber weiter Kurs auf den Crawler. Ein Blitzlichgewitter auf dem Vorderdeck. Die Elfen, die nicht der Entermannschaft zugeteilt waren, gaben ihr Bestes, um ihre Fotoalben mit den besten Schüssen dieses Angriffs vollzubekommenn. „Das ist unsere letzte Warnung!!!“, brüllte nun Lieutenant Darfo wieder ins Megafon. „Ergeben sie sich, gestehen sie ihre Sünden – und ihnen wird zwar auch Schlimmes geschehen, aber nicht so schlimm, als wenn sie vor uns zu flüchten versuchen!!!“ Keine Reaktion. Das wars!! Mit einem Mal ließen die Potwale alles raus, was sie in sich hatten. Ein Blubber-Angriff in Perfektion. Der Crawler schien den Wellengang fast noch zu halten, aber bei der härtesten Welle des Blubber-Angriffs war es um ihn geschehen. Fast 30 Meter schoss erst das Heck in die Höhe, Neigungswinkel 130 Grad, dann ploppten die Blasen so auf, dass nun der Bug in schwindelerregende Höhe flog. Die ersten Matrosen fielen kreischend von Bord. Rauch stieg auf. Das Schiff brannte bereits. Nun hatte es Schlagseite. „Volle Fahrt voraus“, brüllte Wild Wild Sonja. Rudermann Johnny wurde vom Ruder nur so hin und her geschleudert. Mal nach oben, mal zur Seite, mal knallte er hart auf den Planken auf. „Autsch“, fluchte er dabei – aber er hielt Kurs.

Nach dem Blubber-Angriff kommt der Sheriff

Die Wale sahen, dass sie den Blubber-Angriff perfekt durchgezogen hatten, auch dass sich die „Weiße Libelle“ zum Entern bereit machte. Sie tauchten ab. „Hoho“, rief nun der Ausguck und deutete damit an, dass Johnny hart einschlagen sollte. Wie ein Speedboot schien er die „Weiße Libelle“ zu drehen, der Bug drehte unter schäumenden Wellen zur Seite weg, das Heck knallte gegen die Seite des Crawlers. Lieutenant Darfo gab das Enter-Signal, zehn Elfen schnitten den Rudermann frei. Mit vollster Wut sprintete Blackbeard Johnny an der nach vorne stürmenden Wild Wild Sonja vorbei. Die Elfen hatten bereits hunderte Enterhaken mit ihren Armbrüsten nach oben geschossen. Festgemacht am Crawler zogen immer zwei Enterhaken eine Kletterleiter aus festem Seil hinter sich her. Drei, vier Nordkoreaner versuchten zwar noch, die Haken vom Schiff zu lösen – aber sie hatten keine Chance. Dutzende Elfen waren bereits auf den Strickleitern – und zogen die Haken damit einfach fest … und es waren einfach zu viel Enter-Elfen. Blackbeard Johnny hechtete an allen vorbei, setzte seine Flügel ein – und schoss wie ein Wahnsinniger nach oben. Mit dem Säbel in der Hand kam er oben an!! Das Entsetzen war in den Augen der Nordkoreaner abzulesen!!! Um den Captain des Containerschiffes hatten sich gerade noch einmal zwei Matrosen mit Messern versammelt, die anderen sprangen beim Anblick von Johnny schreiend und kreischend über Bord. Jetzt schafften es auch die Elfen wild brüllend an Bord, Lieutenant Darfo und Wild Wild Sonja landeten voller Zorn. Aber vor allen stand er, Johnny: mit schwarzem Piratenhut, Augenklappe über dem Auge, im vollsten Piratendress – mit dem Säbel in der Hand. „Ich bin der Piraten-Sheriff“, sein Sheriff-Stern funkelte wie magisch an seiner Brust auf. „Und das ist eine Übernahme im Namen der Gerechtigkeit – ihr habt verwirkt!! …

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Liebe Leser, diese Geschichten wurden „live“ in diesen Blog geschrieben und einmal direkt im Anschluss Korrektur gelesen. Ihr mögt mögliche Fehler daher entschuldigen. Vielleicht gebt Ihr aber bitte bei der Sichtung eines Fehlers (inhaltlich oder von der Rechtschreibung her) einen Hinweis in Form eines Kommentars? Und: Hieraus wird wie immer ein Büchlein entstehen. Ein richtiges Korrektorat und Lektorat werden noch folgen. Die Schmetterlinge Martha, Darfo, Sonja und Johnny sowie alle anderen Märchenwesen danken Euch!!!

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