Piratengeschichte: Der Wasserfall der Nordsee


Ein Wasserfall in der Nordsee

Ein Wasserfall in der NordseeEin Wasserfall ist überall gefährlich. Das sollten sich auch Märchenwesen merken.

… „Hoho“, jubelte der Ausguck der „Weißen Libelle“, sie hatten wieder Fahrt aufgenommen. Jeder genoß die frische Meeresluft. Wild Wild Sonja stand neben Rudermann Blackbeard Johnny am Ruderstand, die Baronesse de beau ruhte derweil in ihrem Liegestuhl. Es war herrlichster blauer Himmel, wenige Wölkchen tummelten sich oberhalb von ihnen. Der Seegang war mäßig – ein wundervoller Sommertag! Mit einer wunderschönen Neuerung: Rund um das riesige Piratenschiff schwebten jetzt kleine Mini-Heißluftballons. Mit Seilen waren sie an den Masten festgebunden.

—– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —–

Diese Geschichte ist Teil des Buches „Die Weiße Libelle“. Hier im Blog entstanden hat sie im Buch noch einmal eine fantastische Verwandlung erlebt! Nur noch rund 60 Prozent von dem, was hier steht, findet sich in dem Piraten-Abenteuer in der Nordsee wieder. Also einfach kaufen, lesen und begeistert sein!

—– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —– —–

Es sah nur schön aus, hatte aber keinen wirklichen Grund. Und sie hatten sich auf ihre Gäste eingestellt, die Märchenwesen der „Weißen Libelle“: Mitten an Deck hatten sie an beiden Seiten jetzt kleine Kreise mit einem „H“ in der Mitte gemalt. Die meisten Mini-Heißluftballons waren in ihrer Ruhestellung. Sollten sie jedoch abheben wollen, hatten sie nun einen Start- und Landeplatz. Vor allem in der Nacht, malten sich die Märchenwesen aus, würde das Feuer der fliegenden Mini-Lampions eine einzigartige Atmosphäre auf und um die „Weiße Libelle“ zaubern. „Hoho“, jubelte jetzt wieder der Ausguck. Er spürte den Fahrtwind in seinem Gesicht. Die Stimmung war trotz des Zustands von Atlantina gut an Bord. Außer dass sie farbenblind waren, ging es den rund 30.000 Atlantinerinnen recht gut. Das einzige Problem: Mit so vielen zusätzlichen Lebewesen an Deck, konnte es langsam, aber sicher recht eng werden.

Update der magischen Seekarte

Und da hatte Lieutenant Darfo gemeinsam mit Einhorn Pinki eine Idee gehabt: Hochbetten bauen! Sie hatten einige Lindwürmer an Bord, die ausgebildete Schreiner waren. Also, eine Ausbildung in der Märchenwelt hatten. Behaupteten sie zumindest. Sie waren gerade dabei, die ersten Hochbetten zu basteln. Der Begriff „bauen“ wäre hier übertrieben gewesen. Auf einem Quadratmeter errichteten sie Gerüste mit mehreren Etagen. So passten in diese kleinen, aber feinen Türme rund 1000 Soldatinnen. Und es funktionierte. „Nicht schlecht, aber hält das auch?“, wanderte Lieutenant Darfo gerade gemeinsam mit Sicherheitsexpertin Pinki die Gerüste ab. Sicherheitscheck! Sie rüttelten mal hier dran, wackelten mal dort herum. In einigen Türmen hatten es sich bereits einige Atlantinerinnen. „Hoho“, beschwerten sie sich ganz Seemann. Das war ja ein ganz schöner Bettenseegang hier!! „Feine Arbeit, würde ich sagen“, nickte Einhorn Pinki respektvoll. Die Lindwürmer lächelten. Das hatten sie verdient – genauso wie das Fass Erdbeerinha, das sie sich nachher einfach nehmen würden. So funktionierte halt das Belohnungssystem auf der „Weißen Libelle“. Wild Wild Sonja ging jetzt zum Kartentisch oberhalb an Bord. Martha hatte um eine Pause gebeten. Sie hatte die magische Seekarte auf den Tisch gelegt und alle wussten: Jetzt funktionierte sie auch wieder richtig! Wissenschaftlerin Delfina von Atlantina hatte das Update durchgeführt. Viel war nicht geschehen, allerdings war die geheime Geheiminsel jetzt auf der Seekarte wenigstens eingezeichnet. Außerdem befand sich nun ein Kreis um sie. Die Bedeutung: Nicht betreten. Auch wenn sie nun für jeden auffindbar war, sagte der Kreis aus, dass dort der Zugang verboten war! Das war schließlich eine geheime Geheiminsel!! Auch deutlich zu erkennen, mittels eines schwächeren Kreises, der in rot eingezeichnet war, war die Quarantäne-Zone. Hier wusste nun auch jeder Inhaber einer magischen Seekarte automatisch, dass der nautische Magierzirkel eine vorübergehende Sperre markiert hatte. Das wiederum sagte jedem Kartenbesitzer, mindestens einmal pro Woche solle er die Karte „aktualisieren“, um zu schauen, ob die Quarantäne noch bestand oder ob sie aufgehoben worden war. Das war jedem Besitzer einer magischen Seekarte klar – und den Offizieren der „Weißen Libelle“ nun auch.

Weihnachtslisten im Sommer

„Hoho“, kam es jetzt erneut vom Ausguck. „Der kriegt sich ja gar nicht mehr ein“, hob Lieutenant Darfo seine Hand als Sonnenschutz zum Kopf und blickte nach oben. Immer diese Elfen, dachte er sich. Achja, die Elfen. Er hatte herausgefunden, was mit ihnen und den Atlaninerinnen los war. „Hmmmpf“, hatte Wild Wild Sonja wieder einmal auf dieser Fahrt die Äuglein verdreht. Was es nicht alles gab. Aber logisch: Die Weihnachtselfen, die zu Besuch der „Weißen Libelle“ waren, hatten die Insel, ja, die gesamte Völkerung von Atlantina gekannt. Hatten sie sich nur nicht mehr dran erinnert! Sie kannten Ort und Personen!! „Sag mal, ich habe da gesehen, wie du einen Zettel bekommen hast“, hatte Lieutenant Darfo in Gegenwart von Captain Wild Wild Sonja und Einhorn Pinki einen Elfen gefragt. „Ich? Ich doch nicht!“, hatte er der sich sofort gewehrt. Aber Elfen waren schlechte Lügner. Seine Nase war direkt knallrot geworden. Das war halt so bei kleinen Elfen. „Gib schon zu – du leuchtest wie ein Seemann nach einer Weihnachtsfeier!!“ „Huch“, hatte sich der Elf an die Nase gepackt. „So schlimm?“ „Wenn ich jetzt ein Ei hätte, könnte ich es mir auf deiner Nase braten!“ „Huch!“, hatte sich der Elf noch mehr erschrocken. „Okay, okay! Viellleicht …“ „Ja??“ „Vielleicht, es besteht die Möglichkeit …“ Das hatte Darfo gerreicht. Er hatte die Nase voll. Mit einem gekonnten Griff war seine Hand schon in der Hosentasche des Elfen gewesen und hatte den Zettel herausgefischt. „Wer kann hier lesen?“ Rund ein Dutzend Elfen und Lindwürmer, die gerade in der Nähe standen und alles mitbekamen, hatten die Hände gehoben und waren einen Schritt nach vorne getreten. „Ummmpf.“ Wild Wild Sonja hatte wieder die Augen verdreht. Alle Elfen und Lindwürmer hatten sich hingegen angegrinst. Hehe. „Öööööööh“, hatte Wild Wild Sonja erneut aufgestöhnt. Unfassbar. „Wer kann wirklich lesen?“ Die Märchenwesen hatten schockiert dreingeschaut. Mist. Erwischt. Sofort waren fast alle zurückgetretren, lediglich zwei Elfen hatten sich keinen Millimeter bewegt. Lächeln. Sie waren doch die besseren Elfen. Lieutenant Darfo hatte es jetzt auch gereicht: Grimmig hatte er auf das Meer gezeigt. Über Bord, wenn das so weitergeht! Uuups. Sie hatten verstanden, ihre Häupter gesenkt und waren ebenfalls nach hinten getreten. Aber an Bord gab es tatsächlich einen, der lesen konnte: Der verlotterte Marine-Offizier Mo Hendrichs. „Ich denke, ich kann noch lesen!“ „Dich hatte ich auch von Anfang an gemeint!“ Wild Wild Sonja hatte den Mann mit weiteren 20 Kilogramm auf den Rippen zu sich hingewunken – und er las laut vor: „Einen Schlitten. Ein Fahrrad mit Schiffshorn. Eine neue Freundin, die alte ist doof. Einen schönen Sommer …“ Schockschwerenot! Wild Wild Sonja und Lieutenant Darfo hatten sofort verstanden!! Sie hatten einst in der geheimen Geheimstadt des Weihnachtsmanns gearbeitet! „Oh, Gott! Das ist eine Wunschliste!“ Der Elf war sofort rot geworden. „Jaaaaaa?“, hatte er nur noch leise fragen können. „Ihr, ihr kennt die Insel. Ihr wisst, dass hier Geschenke hingebracht werden?!“ Das war mehr eine Feststellung als eine Frage gewesen. Und die Atlantinerinnen hatten die Elfen bereits im Sommer schmieren wollen, damit sie auf jeden Fall an Weihnachten ihre Geschenke bekamen! „Hmmmmmmmpf“, hatte Wild Wild Sonja ein letztes Mal die Augen verdreht und haute sich die Hand wie Bud Spencer ins Gesicht. Nun schaute Lieutenant Darfo wieder nach oben.

Der Wasserfall der Nordsee

„Hoho, Hoho“, wiederholte sich der Ausguck erneut, diesmal aber wesentlich intensiver. Das war nicht gut. Captain Wild Wild Sonja rannte zum Fernglas, Darfo ebenfalls. Sogar Martha wurde in ihrem Liegestuhl wach. „Volle Vollbremsuuuuuuung!!!“, brüllte Wild Wild Sonja plötzlich laut über Deck. Aber es war zu spät! Obwohl JayJay schnell schaltete, zum Bug rannte und kräftig Gegenwind blies – schien die Strömung des Wasserfalls sie erfasst zu haben. Durch die Bremswirkung flog an Deck alles nach vorne, was nicht niet- und nagelfest war. Schepper, Boing, Boing. „Maaaaaartha!“, brüllte Captain Wild Wild Sonja. Sie wusste allerdings, dass die Kleine genau so wenig Problemzonen auf der Seekarte gesehen hatte wie sie. Die Baronesse kletterte unter ihrem Liegestuhl hervor, machte sich zu Wild Wild Sonja auf den Weg. Sie war nicht die Einzige in Hektik: An ihr vorbei rannte Lieutenant Darfo, der sich ein Bild von der Lage machen wollte. Und was er sah, war phänomenal: Mitten in der Nordsee hatte sich ein Wasserfall, ein Riss im Meer aufgetan. Geschätze vier oder fünf Kilometer zog er er sich nach rechts und links. Die Schlucht, in die das Wasser fiel, war gute 30, 40 Meter breit. Ein ganz schöner Brummer. Blitz, Blitz, Blitz, standen nun Dutzende Elfen neben ihm und machten Erinnerungsfotos. So etwas bekamen Märchenwesen nicht alle Tage zu sehen. Aber sie hatten ein Problem, das erkannten auch die Elfen: Obwohl Wolkenriese JayJay jetzt alles gab, was seine Lungen aufbrachten, näherte sich das Schiff seinem Untergang immer mehr! Langsam, aber unausweichlich!! Sie hatten nur noch wenige Minuten!!! Martha stand jetzt neben Captain Sonja, sie schauten sich grimmig an. Es war keine Zeit, sich gegenseitig mit Schuldzuweisungen zu bombardieren. „Vier, fünf Minuten haben wir noch“, wischte sich Darfo den Schweiß von der Piratenstirn. Er stand jetzt auch neben ihnen. Und es wurde hektisch: „Lösungen, wir brauchen Lösungen! Einen Vorschlag??“ Unter Stress arbeiteten Märchenwesen-Gehirne besonders gut. Naja, wenn dabei auch Zuckerwatte im Spiel ist. Und schwuppsdiwupps: Drei Elfen verteilten den Offizieren bereits jeweils mehrere Stangen. Knirsch, Knirsch, Knirsch. Drei, zwei, eins – die süße Leckerei war verschwunden. Jetzt konnten sie denken. „Wie wäre es, wenn wir eine Rampe bauen und einfach darüber springen?“ Respektvoll schaute Wild Wild Sonja ihren Ersten Offizier an. „Ganz gut, mein Junge“, klopfte sie ihm auf die Schulter. „Aber leider“, zeigte sie zum Monster-Wasserfall, „haben wir doch keine Zeit!“ Mist, stampfte Darfo mit dem Füßchen auf. Ja, da hatte sie recht. „Und wie wäre es, wenn wir uns einfach reinfallen lassen?“ Wild Wild Sonja überlegte. Wenn sie einmal keinen Stress hätten, dann würde es sich vielleicht wirklich mal lohnen, zu schauen, wohin das ganze Wasser fiel. Wild Wild Sonja schüttelte das Köpfchen. „Äääähm, nein!“ „Und wie wäre es, wenn wir euch rüber fliegen?“ Captain Sonja schaute Darfo und Martha an. Die beiden hatten gerade nicht gesprochen. Wer … Delfina, die Wissenschafts-Atlantinerin hatte sich unter die Eskorte gemogelt!!

Eine geniale Idee

„Du hier?“ „Ja!“, grinste diese die Schmetterlinge an. „Wie, wie meinst du das?“ „Alle Lebewesen gehen von Bord, dann dürfte es nach meinen Berechnungen vom Gewicht her klappen!“ „Und was?“ „Na, wir lassen alle Heißluftballons steigen, verbinden sie mit der Weißen Libelle, sie tragen sie in die Höhe – und JayJay pustet das Schiff über die Schlucht!“ Wow! Genial!!! „Und das funktioniert??“ „Sicherlich“, gab Delfina bereits ihren Mannschaften ein Zeichen. Schon heizten die Atlanterinerinnen die Feuer an, ein Heißluftballon nach dem anderen stieg in die Höhe. „Und wie kommt unsere Mannschaft darüber?“ „Alle von Bord, auf die Beiboote … und dann rauf auf eine Brücke aus Planken!“ Wild Wild Sonja traute ihren Ohren nicht. „Äh, auf eine Brücke??“ „Ja!“ Ein Großteil der Soldatinnen hatte bereits bunte Holzplanken aus der „Weißen Libelle“ gerissen und zimmerte sie zu einer rund 50 Meter langen Riesen-Planke zusammen. „Öhm?“ Sonja überrannte gerade alles wie ein Zug. „Aber nachher muss alles wieder an Ort und Stelle zurück!!“, meldete sich auch einmal Blackbeard Johnny zu Wort. Der Plan klang zwar kühn, aber es war zu schaffen! Und Wild Wild Sonja hatte auch gerade keine Chance, Einspruch einzulegen. Die Elfen packten mit an, die Lindwürmer ließen bereits die Boote ab. Die Möwen wurden instruiert. Sie waren ein schwerer Bestandteil des Plans. „JayJay“, rief Delfina. „Das kriegst du doch hin?“ Dicker Daumen von einem Wolkenriesen. Der pustete so schwer, er konnte gerade nicht reden. „Kommt ihr?“ Wild Wild Sonja staunte. „Ääääh.“ Sie war bereits die Letzte an Bord. Martha, Darfo und Johnny hockten mit all den anderen schon in den Beibooten. Alleine als Mo Hendrichs die „Weiße Libelle“ verließ, schien das Schiff einen Satz nach oben zu machen. Das regenbogenfarbene Piratenschiff mit seinen Kanonen und seinen Einhornsegeln war an rund 10.000 Mini-Heißluftballons festgemacht – und fing bereits an, sanft über der Nordsee zu schweben. „Äh, ja, gut.“

Verschluckt von der Nordsee

Wie in Trance bestieg Sonja als Letzte die Beiboote, JayJay rannte jetzt vom Bug des Schiffes zum Heck, um es nach vorne über den Wasserfall, den Riss in der Nordsee zu pusten. „Haut rein“, befahl Darfo. Wild Wild Sonja sah nur, wie hunderte Möwen mit der Riesenplanke an Seilen an ihnen vorbeiflogen. „Äh“, hob sie kurz das Fingerchen, aber niemand antwortete ihr. Die Möwen ließen die Riesenplanke so am Wasserfall nieder, dass sie gerade die Wasseroberfläche berührte, an beiden Seiten führte sie gut fünf Meter rüber. Die Möwen ließen sie nicht los, sondern hielten die Seile zur Sicherheit mit ihren Füßen fliegend fest. Da landete bereits das erste Beiboot mit den Elfen an, sie sprangen heraus, nahmen das Boot auf die Schultern und rannten über die Riesenplanke. Die „Weiße Libelle“ hatte schon die Hälfte passiert. Nachdem einige weitere Beiboote den Wasserfall überquert hatten, waren Martha, Darfo, Sonja und Johnny dran. Mo Hendrichs packte mit an, konnte sich das Boot aufgrund seiner Größe aber nicht auf seine Schulter nehmen. Zur Freude von Pinki, den Schmetterlingen und Co. war es dadurch recht leicht. „Nicht runtergucken, nicht runtergucken“, murmelte Schmetterlingsmacho Johnny so laut, dass es alle mitbekamen. Der kleine Racker steigerte sich in eine kleine Panikattacke hinein. Der Wind, den die Möwen, an denen sie die ganze Zeit vorbeil liefen, schlug ihnen ins Gesicht. Alle schauten nach vorne. Zu sehen war, wie die „Weiße Libelle“ in sicherer Entfernung auf der anderen Seite aufsetzte und nun auf sie wartete. „Nicht runtergucken, nicht runtergucken“, wurde es jetzt immer lauter. Wild Wild Sonja konnte sehen, wie auf der anderen Seite des Wasserfalls ebenfalls alles in die Tiefe stürzte. Treibgut. Öllachen. Alles, was in diesen harten Zeiten auf der Nordsee herrenlos herumschwamm. „Nicht runtergucken, nicht runter …“ „Aaaaaaaah!!!“, machte es auf einmal Schock! Panik!! Atemstillstand!!! Das Schrecklichste war geschehen: Schmetterlingsmädchen Martha war hinuntergestürzt!!! Sie war verloren! Für immer verschwunden!! Verschluckt von der Nordsee!!! „Neeeeeeeeeeeeein“, rief Lieutenant Darfo ihr hinterher. Seine Lebensliebe … einfach weg. Es zerriss ihm das Herz. Pinki fing an zu schluchzen, Mo Hendrichs hatte die Augen weit aufgerissen. Wild Wild Sonja stand fassunglos da. Mitten auf der von Möwen getragenen Riesen-Planke über dem Wasserfall … war ihre Freundin, ihre Weggefährtin von ihnen geschieden! Doch da, was war das??? Mit einem Male machten ihre Herzchen Freundesprünge!!! Der Grund: Schmetterlingsmädchen Martha kam aus der Dunkelheit der Tiefe mit ihrem neonfarbenen Abendkleid und ihrer roten Perücke in die Höhe geschossen!! „Tschuldigung, ich hatte vergessen, dass ich ja Flügel habe!“, landete sie selbstbewusst neben ihnen auf der Riesenplanke und nahm ihre Position wieder. Alle schauten sie fassungslos an. „Was? Habe ich unten was vergessen?“

Nachricht vom nautischen Magierzirkel

Es dauerte keine zwei Minuten mehr, da war auch das Beiboot mit den Schmetterlingen an der anderen Seite der Wasserschlucht angekommen. Hier warteten bereits wieder mehrere Möwen mit Schleppseilen auf sie. Da auch hier eine Strömung bestand, die alles in die Tiefe riss, mussten sie ordentlich dran ziehen, während die Insassen der Beiboote kräftig ruderten. Und es dauerte nicht lange, da waren sie aus dem Sog der Strömung heraus – und konnten wieder an Bord der „Weißen Libelle“ gehen. Oben angekommen, war Captain Wild Wild Sonja immer noch perplex. „Äh.“ Alles war so schnell gegangen. Die Elfen räumten gerade auf, einige lagen bereits in ihren Liegestühlen. Die letzten Mini-Heißluftballons landeten gerade, die restlichen hatten die Soldatinnen schon verräumt. Delfina half dabei, die Planken wieder ans Schiff zu montieren. Johnny wanderte erst am Kuchenstand vorbei, dann stellte er sich hinter das Ruder. Lediglich JayJay wirkte etwas „platt“. Aber bereits jetzt sah es so aus, als hätte es das alles gerade nicht gegeben. Kein Wasserfall, keine Rettungsaktion. „Ähm, Tschuldigung“, hob Cäptain Wild Wild Sonja jetzt das Fingerchen. Delfina blickte ein wenig beschämt auf. Ihre Wangen wurden ganz rot. „Es hat eine Update-Panne gegeben, rein technisches Problem. Funkstörung bei der Übertragung. Es war nicht alles übermittelt worden“, zeigte sie auf die magische Seekarte. Dort blinkte ein Lichtlein. Die Seekarte hatte eine Nachricht vom nautischen Magierzirkel erhalten. „Sorry, jetzt ist der Wasserfall aber eingetragen …

———————————————————

Liebe Leser, diese Geschichten wurden „live“ in diesen Blog geschrieben und einmal direkt im Anschluss Korrektur gelesen. Ihr mögt mögliche Fehler daher entschuldigen. Vielleicht gebt Ihr aber bitte bei der Sichtung eines Fehlers (inhaltlich oder von der Rechtschreibung her) einen Hinweis in Form eines Kommentars? Und: Hieraus wird wie immer ein Büchlein entstehen. Ein richtiges Korrektorat und Lektorat werden noch folgen. Die Schmetterlinge Martha, Darfo, Sonja und Johnny sowie alle anderen Märchenwesen danken Euch!!!

———————————————————

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.