Piratengeschichte: Die Nordseewelle


Eine Nordseewelle kann Schiffen gefährlich werden

Eine Nordseewelle kann Schiffen gefährlich werdenAm Horizont ist die riesige Welle zu sehen. Schon immer mussten Schiffe Kaventsmänner fürchten.

… „Hoho“, jubelte der Ausguck herunter. „Hoho“, jubelte die versammelte Mannschaft nach oben zurück. Und: „Hoho“, kam es vom zweiten Schiff nebenan. Die Fregatte „Lübeck“ hatte sich dem Märchenwesen-Piratenschiff angeschlossen. Dabei waren sich das riesige Segelschiff und das Schiff der Bundesmarine mittlerweile recht ähnlich: Beide waren bunt wie der Regenbogen! Der einzige Unterschied: Während die „Weiße Libelle“ aussah, als hätte sie der beste Künstler des Universums erschaffen, machte die „Lübeck“ den Eindruck, ein Riese hätte einfach einen Topf bunte Farbe über ihr ausgeschüttet! „Hoho“, jubelten die Elfen, Mini-Elefanten, Weihnachtswichtel, Osterhasen, Einhörner und alle anderen Märchenwesen fröhlich zurück zur „Lübeck“.

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Diese Geschichte ist Teil des Buches „Die Weiße Libelle“. Hier im Blog entstanden hat sie im Buch noch einmal eine fantastische Verwandlung erlebt! Nur noch rund 60 Prozent von dem, was hier steht, findet sich in dem Piraten-Abenteuer in der Nordsee wieder. Also einfach kaufen, lesen und begeistert sein!

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Ja, das war eine Abenteuerfahrt, wie sie es sich gewünscht hatten! Und mit der Befreiung der „Lübeck“ hatten sie sogar ihren ersten Erfolg erzielt. „Nun steht das Ziel aber endgültig fest“, knurrte Captain Wild Wild Sonja. „Helgoland!“ Lieutenant Darfo, die Anführerin der Atlantinerinnen, die Baronesse de beau nickten eifrig. „Helgoland“, murmelten sie und schauten konzentriert geradeaus. Es schien, als würde Big Old Joe zustimmend einen Wasserstrahl neben ihnen in den Himmel stoßen. Helgoland!

Einfach mal ausruhen

„Helgoland?“, wollte nun ein Weißhaariger neben ihnen wissen. „Kenn ich nicht!“ Geschockt blickten Sonja, Martha, Darfo, aber auch Pinki ihn an. „Du kennst Helgoland nicht??“ „Kenn ich nicht!“ Neptun hing gelangweilt über seinem Dreizack. Wenigstens hatten sie ihn dazu überreden können, sich eine weiße Tunika anzuziehen. Den anderen „neumodischen Quatsch“ wollte er nicht an seinen Körper lassen. Man „weiß ja nie, was dann mit einem passiert“. „Du kennst Helgoland nicht?“, zerrte bereits Martha de beau an seinem Arm, riss ihn fast aus seiner Stützhaltung und schleppte ihn zur magischen Karte. Dort angekommen, tippte sie mit dem Finger drauf. „Das ist Helgoland!“ „Aaaaaah, das ist Helgoland“, schaute er sie verzückt an, dann drehte er sich mit einem Mal weg. „Kenn ich nicht.“ „Öööööööh“, verdrehte die kleine Schönheitskönigin ihre Äuglein. „Du bist dir aber schon im Klaren, dass das zu deinem Wirkungsbereich gehört?“ Jetzt verdrehte Neptun die Augen. „Ich habe mich beruflich immer eher auf das Mittelmeer konzentriert“, sagte er und watschelte gemütlich vom Ruderstand runter zum Hauptdeck. Wolkenriese JayJay hockte neben einer menschlichen Fleischrolle mit Augen in seinem Liegestuhl und pustete alle fünf Minuten in die Segel. Das musste reichen. Heute war wieder einmal ein wunderschöner Tag: Die Sonne schien, es war leichter bis mittelmäßiger Wind, kaum eine Wolke war am Himmel. Laut magischer Seekarte waren sie schon so weit vom Festland entfernt, dass man sagen konnte, es war nicht mehr weit bis Helgoland. Und auch wären laut magischer Seekarte keine weiteren Hindernisse mehr zu erwarten. Sie konnten sich in Seelenruhe auf den großen Kampf gegen das Böse, das versuchte, alles Leben in der Nordsee zu vernichten, vorbereiten! Und das taten die meisten Märchenwesen auch: Riesige Reihen von Sonnenliegestühlen füllten nahezu das komplette Hauptdeck. Die Elfen hatten sich dazu entschieden, innere Energie mittels Sonnenlicht zu tanken. Sie mussten schließlich alle ausgeruht sein.

Böser Neptun!

„So gefällt mir das, Kinners“, zog sich Neptun ebenfalls einen Liegestuhl herbei und schob ihn neben JayJay. „Na!“, grinste JayJay Neptun an. Beide stammten aus der goldenen Stadt im Himmel. „Läuft oben?“ „Läuft“, lächelte ihn Neptun an … und klaute einem an ihm vorbeilaufenden Elfen den Erdbeerinha aus der Hand. „Gutes Zeug habt ihr hier unten!“ Der Elf erschreckte sich, blieb abrupt stehen. „Danke“, zwinkerte Neptun ihm arrogant zu. Was für ein …. drei, zwei, eins … kochte es in dem Weihnachtselfen wie Schokoladenfondue beim Weihnachtsmann! Aber Hallo!! „Das zahl ich dir heim!!!“, murmelte der Elf stinkesauer. Was bildete sich dieser alte Sack ein? Dass er der Herr der Nordsee wäre?? Selbst Santa traute sich nicht, den Elfen Paroli zu bieten. Aber der würde noch sein blaues Wunder erleben, schwor der Elf, blickte Neptun böse an – dann ging er und holte sich einen neuen Erdbeerinha. „Wollen wir nicht ein paar Möwen kreisen lassen, einfach nur so zur Vorsicht?“, schlug jetzt eine Etage höher Blackbeard Johnny Captain Wild Wild Sonja vor. Es war einfach zu friedlich, fand der Rudermann der „Weißen Libelle“. Er schaute kurz zur „Lübeck“ rüber. Eigentlich gar nicht mal so schlecht, dachte er sich nun. Das war ein sehr modernes Kriegsschiff. Sie hatten Radar. „Meint ihr, deren Radar ist hilfreich?“ Pinki nahm Captain Wild Wild Sonja die Antwort ab. „Könnte sein, aber auch nicht. Denk an Mo“, zeigte Einhorn Pinki nach unten. „Er konnte bis jetzt auch nicht viel sehen. Gibt Dinge, die werden Menschenaugen immer verborgen bleiben!“ Respektvoll nickte Johnny dem Einhorn mit goldener Ghetto-Kette zu. Dass da doch so viel Köpfchen hinter dem Horn steckte, hätte er jetzt nicht vermutet. Auch nicht, dass er bei so ruhiger See jetzt hinter dem Ruder so ordentlich durchgeschüttelt wurde. „He?“, schaute er Captain Wild Wild Sonja und Lieutenant Darfo jetzt überrascht an – und flog mittlweile alle paar Sekunden einige Zentimeter in die Höhe. Die komplette „Weiße Libelle“ schien sich so richtig auf und ab zu bewegen. „He?“, rannte Sonja jetzt zur Reling an Backbord. „Nichts zu sehen!“, rief sie schockiert Darfo zu. Der war bereits Steuerbord und schaute auf die Nordsee. „Auch hier nichts zu sehen!“ Wellengang halt. Aber einer ohne Grund! Alle blickten hoch zum Ausguck. Kein „Hoho“, kein gar nichts! „Hoho“, rief Sonja jetzt nach oben. Der Kopf des Elfen schaute über seinen Korb, dann winkte er ihnen zu. „Hoho“, flog er dabei in seinem Ausguck hoch und runter. Pinki schaffte es gerade noch, einen ruhigen Blick durch das Fernglas zu bekommen. „Auch vorne ist nichts zu sehen!“ Aber das Schütteln der „Weißen Libelle“ wurde immer stärker. Es schien schon so weit zu sein, dass das Schiff gut einen Meter hoch und runter segelte. „Das sind doch keine Wellen! Also, echte Wellen!!“ Auch die „Lübeck“ neben ihnen wurde von dem Schütteln erfasst. „Ein Seebeben?“ Die Matrosen, die noch vor kurzem Geister waren, liefen hektisch auf ihrem knallbunten Kriegsschiff hin und her. „Ich glaube, die haben auch keine Ahahaaaanung …“, flog Darfo einen Meter in die Höhe … und landete dann auf seinem Hosenboden. Sonja rannte nach vorne, wollte schauen, ob Neptun eine Erklärung hatte. Fachmann für Wasser war schließlich er. Doch der weißhaarige Greis schlief gemütlich den Schlaf der Gerechten.

Was für eine Welle!

„JayJay!“, brüllte Sonja und zeigte auf Neptun. Weck ihn, du Dussel! JayJay verstand nicht, wunderte sich selber, warum die „Weiße Libelle“ aus heiterem Himmel so durchgerüttelt wurde. Weihnachtselfen und Atlantienerinnen befestigten und sicherten alles, was nicht niet- und nagelfest war. Die einen aus Sorge um ihre Ulraubsklamotten wie ihre Fotoapparate, die anderen aus absolutem Pflichtbewusstsein. Verzückt schaute JayJay dem wuselnden Heer an Arbeitern zu. „Was willst du von mir?“, rief er nach oben. Doch es war mittlerweile so laut an Deck, er verstand kein Wort. Sonja riss die Augen auf. Fast zwei Meter schoss sie einmal in die Höhe … und schlug dann wieder unsanft auf Deck auf. „Aua“, rieb sie sich das Köpfchen, während sie sich aufrichtete. Martha hatte es bereits geschafft, hoch zum Ruderstand zu kommen. „Da ist nichts, kein Hinderniss, kein Update vom nautischen Magierzirkel!“ „Funkspruch an die Lübeck“, brüllte jetzt eine Stimme. Für alle an Bord sah es so aus, als hätte Captain Wild Wild Sonja den Befehl gegeben. Sofort schossen zwei pflichtbewusste Möwen in die Höhe, die eine nahm die Kordel mit angeschlossener Dose und flog sie zu Sonja. Die andere schnappte sich das Gegenstück und flog zur Lübeck herüber. Gut 100 Meter hüpfte die „Lübeck“ neben der „Weißen Libelle“ auf und ab. Es dauerte vielleicht eine Minute, da hörte Sonja bereits eine Stimme in ihrer Dose. „Hallo? Hier der Captain der Lübeck!“ Sonja ganz verdutzt hatte die Dose in ihrer Hand … und hob sie zum Mund. „Hallo, hier ist …“, flog sie einmal hoch, einmal runter. “ … hier ist Wild Wild Sonja! Captain, könnt ihr uns sagen, was das ist?“ „Hier ist der Cap …“, es schepperte und bollerte. Dann fluchte eine Stimme dumpf, kam aber wieder näher zu der anderen Dose. „Hört ihr mich? Nein, wir können uns beim besten Willen nicht …“ Schepper, Boing, Gefluche. Ruhe. „… Nein, keine Ahnung!!“ „Mist“, murmelte Sonja noch, doch sie sah bereits, wie die komplette Mannschaft gebannt nach vorne starrte. Und das hatte seinen fürchertlichen Grund: Eine riesige Wasserwand baute sich langsam, aber sicher vor ihnen auf!! Wurde immer größer und größer … und bewegte sich auf sie zu!!! Ein Tsunami!!! Vielleicht der Größte, den die Welt je gesehen hatte!!!“ „Sch$&%$“, fluchte Piraten-Rudermann Johnny. „Bindet mich mit allem fest, was wir haben!!“ An Bord der „Lübeck“ konnten sie erkennen, machten sie alle Schotten dicht – und fingen an zu beten. „Oh, Gott“, riss Sonja die Augen auf. Die Welle wurde immer größer und größer. Aus dem TV wusste sie, dass Schiffe einfach draufzuhalten mussten, um der Gefahr vielleicht zu entgehen. Aber hier? Bei dem Ding?? Da war ein Kaventsmann ein Kindergartenkind gegen! „Schiete“, sagte nun auch Neptun laut. Durch den Radau war er aufgewacht … und wunderte sich, warum er gerade durch die Luft flog. „Aua“, landete er hart auf dem Boden. Doch er blieb noch ruhig. Es gab nichts, was sein Dreizack nicht lösen konnte! Sein Dreizack? Neptun fischte neben sich herum – aber er war verschwunden!! „Hey!!!“, rief er mit einem Mal, als er den Elfen entdeckte, dem er den Erdbeerinha geklaut hatte. „Du kleines Miststück, her mit meinem Zack! Oder willst du, dass wir alle sterben??“ Der Elf verstand ihn nicht, sah aber, dass er sich über ihn ärgerte. Richtig so! Das hatte er verdient!! Er streckte ihm die Zunge raus … und rannte flott in die Menge … in der er verschwand.

Du bist jetzt unsere einzige Rettung!

„Das gibt es doch nicht!“ Neptun flog beim Laufen einen Meter nach vorne, überschlug sich, purzelte ein wenig nach vorne, berappelte sich dann aber wieder mit jugendlicher Eleganz, wie sie kein Anwesender bei ihm vermutet hätte. „Willst du, dass wir alle ertrinken?? Gib mir meinen Dreizack!!“ Jetzt sah Neptun ebenso wie alle anderen an Bord, wie sich Big Old Joe vor die beiden Schiffe kämpfte, dann mit aller Kraft aus der Nordsee sprang … und mitten in die Riesenwelle krachte. Alle hielten den Atem an. „Plaaaaaaatsch“, machte es … aber es brachte nichts! Er riss zwar ein gewaltiges Loch in den Tsunami, aber wie von Geisterhand, wie von böser Magie geleitet, schloss sich die Riesenwelle wieder!! Langsam hob sich bereits der Bug der „Weißen Libelle“. Der Tsunami war jedoch so groß, es würde noch etwas dauern, bis die beiden Schiffe so in die Höhe gerissen, dann nach hinten geschleudert würden … um dann von den Wassermassen erschlagen, begraben zu werden! „Hey!!“, kämpfte sich Neptun jetzt durch das Meer von Elfen und Atlantinerinnen. Die tapferen Soldatinnen bereiteten gerade ihre Mini-Heißluftballons vor. In nicht ganz einer Minute, noch hoffentlich vor dem Einschlag, würden wenigstens sie entkommen können. „Hey!!!!“, presste und drückte der Gott der Meere im Ruhestand sich durch die Märchenwesen. Aber er war flink, der Elf. Wie eine kleine Schlange windete er sich an jedem Hindernis vorbei. „Verdammt“, murmelte Neptun. Kleiner Racker. Der Elf hingegen hatte seine wahre Freude an der Rache. Wenn du mich verarscht, verarsch ich dich auch, schoss ihm immer wieder durch sein Köpfchen. Ich bin ein Elf! „Bleib stehen, du bist jetzt unsere einzige Rettung“, brüllte Neptun mit einem Mal wie aus dem Nichts mit einer göttlichen Stimme, die jedem Lebewesen auf der Nordsee durch die Ohren, durch das Hirn direkt ins Herz geschrien wurde! Ruhe. Pause. Keine Panik. Stille. Alle Augen richteten sich auf den Elfen mit Dreizack. Martha, Darfo, Sonja, Johnny, Pinki, einfach alle, ja, sogar die Matrosen der „Lübeck“ blickten jetzt auf den Elf. Der schaute geschockt, dann peinlich berührt auf den Dreizack. „Ähmm?“, hielt er ihn fragend hoch, bekam einen knallroten Kopf. Doch zu spät. Gerade noch schossen die ersten Mini-Heißluftballons in die Höhe, da erfasste die Welle die „Weiße Libelle“ und die „Lübeck“ so, dass sie steil in Höhe gingen. Immer senkrechter. Die ersten Märchenwesen am Bug konnten sich nicht mehr halten … und fielen laut kreischend über das Deck bis nach hinten. Am Aufbau des Ruderstandes blieben sie kleben. Einige gingen sogar über Bord. „Aaaaaah“, schrien immer mehr. Einzig der Elf mit dem Dreizack konnte sich noch halten. Jetzt schienen beide Schiffe komplett gen Himmel zu zeigen. So senkrecht standen sie auf der Welle. Fast 100 Meter, vielleicht sogar 150 Meter über dem normalen Meeresspiegel!! „Aaaaah“, kreischten jetzt alle in voller Todespanik, … dann brach die Welle über der „Weißen Libelle“ und der „Lübeck“ zusammen!!!  „Das wars, aus und vorbei“, waren Captain Wild Wild Sonjas letzte Worte, als sie vom Wasser erfasst wurde. Sie umklammerte Johnny, er umklammerte sie. Genauso wie Darfo und Martha eng verschlungen das Zeitliche segneten. Bevor sie ertranken, bekamen sie noch mit, wie ihr Schiff auf dem Kopf stand und immer tiefer und tiefer nach unten flog. Teils vom Wasser erfasst, teils nach unten rauschend. Dann ging es so schnell. Sie sahen Fische um sich herum schwimmen und einen Elfen mit Dreizack, der genau in Neptun krachte. Dann kam der weiße Blitz des Todes!!! So schnell, so tödlich.!!! Aus, vorbei!!! Plaaaaaaaaaaatsch …

Alles nur geträumt?

… Die Sonne brannte nur so auf die „Weiße Libelle“ herunter. Kaum ein Wölkchen am Himmel, knapp 30 Grad. Captain Wild Wild Sonja gähnte, stand neben ihrem Rudermann Johnny. Mit einem Mal zwickte was in ihrem Bauch. Ganz kurz, wie ein Nadelstich! „He?“ Sie kratzte sich am Kopf. War da nicht gerade was gewesen? Sie schaute sich um. „Hmmm“, grübelte sie. Irgendwas in ihr sagte, hier stimmte was nicht! Pinki war nicht weit weg, lackierte sich gerade die Hufe. Martha sonnte sich wie alle anderen. „Hmmm“, kratzte Sonja sich wieder das Köpfchen. Sie schaute sich um, konnte aber nichts erkennen. „Hmmmm.“ Alles schien normal: Es war heute mal wieder wunderschön auf der „Weißen Libelle“, vergnügt dümpelte die „Lübeck“ neben ihnen her. Dieses knallbunte Marineschiff machte sich nicht schlecht neben dem großen Märchenwesen-Segelschiff. Laut magischer Seekarte waren sie schon so weit vom Festland entfernt, dass man sagen konnte, es war nicht mehr weit bis Helgoland. Und auch wären laut magischer Seekarte keine weiteren Hindernisse mehr zu erwarten. Sie konnten sich in Seelenruhe auf den großen Kampf gegen das Böse, das versuchte, alles Leben in der Nordsee zu vernichten, vorbereiten! Und das taten die meisten Märchenwesen auch: Riesige Reihen von Sonnenliegestühlen füllten nahezu das komplette Hauptdeck. Die Elfen hatten sich dazu entschieden, innere Energie mittels Sonnenlicht zu tanken. Sie mussten ja schließlich alle ausgeruht sein. „So gefällt mir das, Kinners“, zog sich Neptun ebenfalls einen Liegestuhl herbei und schob ihn neben JayJay. Misstrauisch blickte Sonja herunter. Kannte sie diese Szene nicht? „Na!“, grinste JayJay Neptun an. Beide stammten aus der goldenen Stadt im Himmel. „Läuft oben?“ „Läuft“, lächelte ihn Neptun an. Gerade wollte ein Elf mit einem Erdbeerinha in der Hand an Neptun vorbeilaufen … da fuhr er seinen Dreizack wie eine Schranke aus. „Na, Kleiner?“ Der Elf blieb stehen, hielt seinen Erdbeerinha schön weit weg von dem alten Mann. Nicht, dass er ihn ihm klauen wollte! Aber ganz im Gegenteil!! „Hier“, hob Neptun mit seiner anderen Hand einen weiteren Erdbeerinha in die Höhe und reichte ihm diesen. „Oh, danke!!“ freute sich der Elf. Hach, so ein alter Gott konnte ja wirklich nett sein, dachte er sich und watschelte nach vorne zu seinem Liegestuhl. Sonja beobachtete das Ganze von oben. War das jetzt gerade wirklich passiert? JayJay hingegen blickte Neptun verschmitzt an. „Hey“, sagte er jetzt leiser mit einem schelmischen Grinsen. „Das ist doch ganz und gar nicht deine Art?“ Neptuns Mundwinkel verzogen sich zu einem Lächeln. „Na …“, sagte er mit zuckersüßer Stimme und haute seinen Dreizack sanft auf das Deck. Ein klitzekleiner weißer Blitz schoss in die Höhe, in den Himmel, und bahnte sich seinen Weg nach vorne bis weit hinter den Horizont! Unbemerkt schlug er irgendwo ein, explodierte für niemanden sichtbar – und erledigte das, was jetzt niemals geschehen war. “ … wir wollen doch nicht, dass hier was Schreckliches passiert …

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Liebe Leser, diese Geschichten wurden „live“ in diesen Blog geschrieben und einmal direkt im Anschluss Korrektur gelesen. Ihr mögt mögliche Fehler daher entschuldigen. Vielleicht gebt Ihr aber bitte bei der Sichtung eines Fehlers (inhaltlich oder von der Rechtschreibung her) einen Hinweis in Form eines Kommentars? Und: Hieraus wird wie immer ein Büchlein entstehen. Ein richtiges Korrektorat und Lektorat werden noch folgen. Die Schmetterlinge Martha, Darfo, Sonja und Johnny sowie alle anderen Märchenwesen danken Euch!!!

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