Piratengeschichte: Die Freiheitsstatue II


Die Freiheitsstatue von New York

Die Freiheitsstatue von New YorkDie Freiheitsstatue von New York kann mit ihrer Magie Welten retten – das ist jetzt klar!

… „Hoho“, flüsterte Lieutenant Darfo Blackbeard Johnny zu. Die „Weiße Libelle“ und die „Lübeck“ hatten im Hafen von New York angelegt. Und was sie da erwartete, das hatten sie so nicht gedacht: Tausende Schaulustige standen am Pier, machten Fotos von ihnen. Die ersten Kamera-Teams der unterschiedlichsten Fernsehsender der USA, aber auch einige internationale Crews hielten bereits auf sie drauf. So etwas wie die beiden Märchenwesen-Schiffe hatten sie alle noch nicht gesehen! Die Elfen schoben gerade ihre Landungstreppen herunter, die ersten Einhörner waren schon bereit, eine Stadtbesichtung zu machen. „Ich bin mir nicht sicher, ob das hier nicht gerade alles aus dem Ruder läuft“, schaute eine ungläubige Wild Wild Sonja die Anführerin der Atlantinerinnen an. „Hmmm“, kratzte die sich ebenfalls den Kopf. Die Einzigen, die an Bord noch Disziplin bewahrten, waren ihre Soldatinnen. Sie ließen sich die Aufregung, wenn sie denn überhaupt welche verspürten, nicht anmerken.

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Diese Geschichte ist Teil des Buches „Die Weiße Libelle“. Hier im Blog entstanden, hat sie im Buch noch einmal eine fantastische Verwandlung erlebt! Nur noch rund 60 Prozent von dem, was hier steht, findet sich in dem Piraten-Abenteuer in der Nordsee wieder. Also einfach kaufen, lesen und begeistert sein!

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Aber die Elfen waren hin und weg, die Mini-Elefanten tröteten schon nervös vor Aufregung, Pinki wollte mit ihrem neuen „Best Buddy“ Elvis, der Hafenpolizist, essen gehen. Er hatte über Funk alles arrangiert, sie hatten den besten Liegeplatz von New York bekommen. Klar, dass für ihn jetzt eine Beförderung herausspringen würde. Und da wollte er mit Pinki zu einer der feinsten Burger-Buden der Stadt gehen. Aber was sie vor dem Schiff abspielte, das haute jetzt auch Neptun um. Elvis und Pinki waren sich ebenfalls nicht mehr sicher, ob sie hier lebend von Bord kommen würden. „Welcome, Welcome, Welcome!“, skandierten die Zuschauer. Ja, „Fans“, konnte man eher sagen. Es kamen immer mehr. Verkehrshubschrauber kreisten über dem Hafenviertel und verkündeten den totalen Verkehrszusammenbruch. An sämtlichen Polizeirevieren der Stadt dachte man darüber nach, die Nationalgarde einzusetzten. Was auch immer da für Schiffe in New York eingelaufen waren, sie stellten alleine mit ihrer Anwesenheit die komplette Stadt auf den Kopf.

Kommt da der Präsident?

„Hoho“, zuckte Blackbeard Johnny jetzt mit den Schultern. Da konnte man einfach nichts mehr machen. Außer … sich der Fahrzeugkolonne, die sich ihren Weg durch die Stadt bis zur „Weißen Libelle“ und zur „Lübeck“ bahnte, zu widmen. Die Kolonne hatte eine leichte Orientierung: Die Sternschnuppen, die magisch in der Luft herumflogen, leiteten sie. „Sag mal, kommt da der Präsident?“, stieß Einhorn Pinki Elvis an. Der blickte zu seinem Kollegen. Der hatte als Erster geschaltet, dass sie hier Lorbeeren würden ernten können. Und … er hatte bei seinem Funkspruch an Land „vielleicht“ etwas übertrieben. Da kamen schwarze Edel-Limousien angerauscht! Überall waren an ihnen USA-Fähnchen angebracht. Und: Sie wurden von unzähligen Reiterstaffeln begleitet!! Klapper, Klapper, Klapper! Und: Die Reiter trieben die Schaulustigen auseinander und bildeten so eine Gasse für die Fahrzeugkolonne!!! „Hoho“, flüsterte Lieutenant Darfo wieder. Das war ja ein Empfang für Fürsten, für Könige! Es dauerte nicht lange, da hielten sie unten vor den beiden Schiffen. Baronesse Martha de beau blickte verzückt Captain Wild Wild Sonja an, die konnte gar nicht anders, als nun das Schiff als Erste zu verlassen. Und hinter ihr: Nahezu alle Crewmitglieder der „Weißen Libelle“. Schön in Schlange. Die Elfen blitzten jetzt die Schaulustigen mit Fotoapparaten. Blitz, Blitz, Blitz. Es blitzte schlichtweg in beide Richtungen! Und jeder Fotograf, ob Mensch oder Märchenwesen, war von den BIldern begeistert, die sie machen konnten!! „Wenn wir das den anderen beim Weihnachtsmann erzählen, das werden die uns nie glauben!“, kicherten bereits nicht wenige Elfen, während sie das Märchenwesen-Piratenschiff verließen. Und kaum war Wild Wild Sonja unten angekommen, da sprang die schwarze Türe der Limousine auf. Sie konnten nur sehen, wie eine Hand hektisch winkte. „Herein, herein!!“ Wild Wild Sonja folgte der Einladung ohne zu zögern, Neptun drängelte sich schnell hinter sie, schob Martha beiseite und stieg direkt mit ein. „Hey“, empörte sich diese. Aber noch während sie sich beschwerte, schlüpfte auch die Anführerin der Atlantinerinnen herein. Darfo folgte, Johnny blickte ihn an und signalisierte ihm, dass er nicht mit einsteigen würde. Darfo verdrehte die Augen. Irgendwie behielt Johnny hier einen kühlen Kopf. Sie sollten vielleicht nicht alle auf einen Ort so gedrängt sein. „Ich bleibe hier, bei der Weißen Libelle“, rief er Darfo zu, drehte sich bereits wieder um und befahl: „Du, du, du … und ihr!“ Knapp 30 Elfen, zehn Einhörner und rund 5000 Atlaninerinnen waren jetzt dazu verdonnert, Wache zu schieben. Die Besatzung der „Lübeck“ verließ ihr Schiff nicht. Jetzt schaute Johnny doch nach unten und sah Freund Darfo wie er ihm winkte. Und er konnte seine gedanken lesen: Lass gut sein, das schaffen die auch ohne dich! „Nun komm!“, rief er hoch. Johnny schaute sich noch einmal pflichbewusst um. Ein Elf zweinkerte ihm zu, er sah sein Verlangen. Das schaffen wir auch ohne dich! „Okay“, murmelte Johnny, schnappte sich ein Tau und sprang wie Tarzan an dem Seil über Bord auf den Pier. Schnell huschte er in die Limousine. Und das Staunen ging weiter: Während sich die hinteren Limousinen mit Märchenwesen füllten, saßen Wild Wild Sonja, Neptun, Martha, die Atlantinerinnen-Anführerin und Darfo bereits in der ersten Luxus-Karre … und schauten in das Gesicht des Bürgermeisters von New York. Kein Spaß. Vor ihnen hockte Bill de Blasio. Im feinsten Edel-Anzug. Daneben eine Beraterin, hübsch, aber spießig von der Aura her.

Der Bürgermeister von New York

 Alle schauten sich sprachlos an. Da setzte sich der Wagen spürbar in Bewegung, langsam, versteht sich. Captain Wild Wild Sonja war die Erste, die sich fasste. „Und nun?“ Neptun grinste nur. Darfo und Martha blickten Bill de Blasio interessiert an. Der Bürgermeister von New York blickte rüber, schüttelte dann den Kopf. „Da habt ihr meiner Stadt aber was eingebrockt.“ Die Assistentin kramte die Papiere heraus. Neptuns Papiere. „Das sind gute Fälschungen. Gute …“ Neptun schaute unschuldig weg. „Ihr habt meine ganze Stadt auf den Kopf gestellt. Wer oder was seid ihr?“ Wild Wild Sonja wollte gerade antworten, da fiel ihr Neptun ins Wort. „Freunde“, grinste er den Bürgermeister an. „Wir sind Freunde.“ Bill de Blasio schaute ihn an. Nicht verärgert. Darfo wurde misstrauisch. Warum fummelte sich der Bürgermeister immer so an seiner Hose herum. Kaum hatte sich die Türe geschlossen, da schien ihn seine Hose zu jucken. Seine Assistentin guckte nun auch nicht mehr so grimmig drein. „Tja, das ist schön, das beantwortet aber immer noch nicht meine Frage: Wer seid ihr?“ Darfo tippte Martha an, jetzt bemerkte sie auch, dass er sich kratzte. Als ob ihm der teure Zwirn nicht liegen würde. De Blasio fuhr fort: „Eure Sternschnuppen, eure Kostüme, eure Schiffe … sie wirken so echt.“ „Tja, alles nur eine Frage der richtigen Beziehungen“, sagte jetzt die Atlantinerin. Es hatte schon etwas Komisches. Außer Neptun waren die Gesprächspartner des Bürgermeisters und seiner Begleitung viel kleiner als sie. Viel, viel kleiner. „Ich kenne ja Liliputaner, aber ihr seid noch etwas kleiner als die.“ „Hmmm“, grummelte jetzt die Assistentin. Als wolle sie die Einschätzung des Bürgemeisters mit ihren Geräuschen unterstreichen. „Tja“, grinste ihn Neptun in seiner Tunika an. „Wer kann schon von sich behaupten, dass er mal ein Gott war?“ Pause. Ruhe. Stille. Was sollte das denn jetzt? Martha und Darfo wussten nicht, ob er überlegte, was Neptun damit sagen wollte oder … „Neptun?“ Der Bürgermeister bekam große Augen. Die Assistentin wurde kreidebleich. Der weißhaarige Rentner in seiner Tunika grinste ihn wie ein Honigkuchenpferd an: „Wie geht es dir, mein alter Freund?“ Draußen spielten jetzt Blaskapellen, die Kolonne fuhr direkt zum Rathaus der Stadt New York. De Blasio konnte nicht glauben, was er da gerade hörte. „Bist du … es wirklich?“ Neptun kicherte. „Meinst du, wenn ich im Ruhestand bin, schaue ich keine Nachrichten? Das wievielte Bürgermeisteramt ist es, das du jetzt bekleidest? Das 400ste? Das 500ste?“ De Blasio konnte gar nicht so schnell reagieren, wie die Hand von Neptun nach vorne schoss, an seinen Hals … und die Maske herunterriss: ein Zebra! Mit Krone! Und einem Zepter als Kette um den Hals!!!

Der zeitreisende Bürgermeister

„Hallo, Fabula Rex!“ Martha, Darfo, Sonja und der Atlantinerin fielen die Kinnladen runter. Neptun grinste: „Hallo, Nebulosa!“ Die Assitentin musste nun ebenfalls schelmisch grinsen. In Sekundenschnelle verwandelte sich vor ihren Augen der Körper dieser wunderhübschen Frau in eine weiße Nebelsäule! Fabula Rex und Nebulosa waren Zeitreisende!! Sie hüpften seit eh und je zwischen den Jahrhunderten her. Und sie hatten einen Zwang: Er wollte immer Bürgermeister von Großstädten werden. Ob Lord Mayor of London Sir Robert Ladbroke, ob Prévôts de Paris Étienne Boileau oder Jacques Viger von Montreal – Fabula Rex erschlich sich immer wieder mit seiner Gefährtin Nebulosa die größten Ämter von Großstädten. Aber er nutzte es nicht aus, um Schlechtes zu tun, nein, seine Bilanz war eher gut. Gut für die Menschen – und auch gut für die Märchenwesen in diesen Städten. Neptun konnte seine Spuren bis in die Antike belegen. „Okay, Neptun,du hast mich in der Hand!“, sagte das Zebra mit Krone und grinste nun selber. „Darf ich weitermachen?“ Martha, Darfo und Co. konnten nur zuschauen. „Ja, klar, … wenn du uns hilfst.“ Das Bürgermeister Zebra hob unschuldig die Hufe. „Alles, was in meiner Macht steht!“ „Gut, wir sind in eine Falle geraten und müssen wieder dringend zurück in die Nordsee!“ Der König von New York schaute die Schmetterlinge und ihre Begleitung überrascht an. „Ihr seid nicht wenige, wie soll ich das machen?“ Doch plötzlich drehte sich Nebulosa sich zu Fabula Rex um, es schien, als würde die Nebelsäule ihm etwas ins Ohr flüstern. Murmelmurmelmurmel. „Echt?“ Dann flüsterte sie weiter. Murmelmurmelmurmel. „Oh!!“, blickte Fabula Rex freudig auf, hüfelte an seiner Krone rum. Martha, Darfo, Sonja, Neptun und die Anführerin der Atlantinerinnen wurden neugierig. Fabula Rex drehte sich um, klopfte an die Scheibe des Fahrers. Sie öffnete sich einen Schlitz. Jeder konnte den Hut den Chauffeurs erkennen. „Sofort zur Freiheitsstatue!!“ Alle Anwesenden spürten sofort, wie der Wagen eine Kurve nahm. Und nach kurzer Zeit konnten sie auch spüren, dass die Limousine eindeutig schneller fuhr. Anscheinend hatten sie die vollgestopften Straßen über irgendwelche Nebenwege verlassen – und bretterten Richtung Liberty Island. Der Rest des Konvois mit Elfen, Einhörnern, Mini-Elefanten und allen anderen Märchenwesen folgte ihnen nicht – sie hatten sich eine Stadtrundfahrt verdient. Und das hier war Chef-Sache! Schmetterlings-Offiziers-Sache!! Kaum erreichte die Limousine dank eine Sonder-Fährfahrt die Freiheitstatue, da zog sich Fabula Rex seinen Tarnanzug wieder an – und schwuppsdiwupps … war er wieder Bürgermeister Bill de Blasio! Und auch die Nebelsäule verwandelte sich wieder in eine attraktive Assistentin! Die Türe sprang auf: „Los, jetzt müssen wir uns sputen. Vielleicht haben wir Glück.“ Schon schossen sie alle aus der Limousine – und waren sofort baff. Die Freiheitsstatue war noch viel größer, als sie gedacht hatten. „Miss Liberty“ war beeindruckend! „Wow“, flutschte es den kleinen Piraten heraus. Und als hätten sie es nicht geahnt, richteten direkt die ersten Touristen ihre Blicke auf sie. Man konnte schon den fragenden Blick in ihren Gesichtern ablesen. War das nicht der Bürgermeister von New York? Und ein alter Mann in einer Robe? Und was waren das für kleine Lebewesen neben ihm? Viel kleiner als Liliputaner? Und warum waren das Schmetterlinge in Piratenkostümen? Und eine Mini-Amazone? „Los, los“, trieb de Blasio sie an. Sie rannten vor die vordeste Zacke des Sternensockels, auf dem „Miss Liberty“ stand. Dann blieben sie stehen, die ersten Fotos von ihnen wurden gemacht! Eine Gruppe von Japanern. Klick, Klick, Klick! De Blasio schaute sie an, dann schüttelte er sich: Seine Karriere …  würde wahrscheinlich bald vorbei sein!

Funktioniert Pinki?

„Egal“, blickte er sich um. Sie hatten ihm erzählt, worum es ging. Die Nordsee! Die Lebewesen!! Und wenn er in all den Jahrhunderten etwas gemacht hatte, dann hatte er immer geholfen!!! Das war Märchenwesen-Ehrensache! „Wir müssen jeweils …“, rannte er zu dem Sternensockel und zeigte auf eine Stelle. In dem Moment, wo sich ihr ein Märchenwesen näherte, schimmerte es an einer Stelle blau. Ein magisches Artefakt aktivierte sich mit der Anwesenheit eines Märchenwesens! „Wir müssen jeweils an jeder Sternenspitze Miss Liberty berühren!“ „Hui“, kicherte Lieutenant Darfo. Nichts war einfacher als das. „Aber das muss ein Einhorn machen, um es tatsächlich zu aktivieren!“ „Öhm“, waren die Schmetterlinge irritiert. „Und dann müssen wir die Namen all derer, auch die der beiden Schiffe, auf eine Liste schreiben!“ Nebulosa nickte, griff in ihren Assistentinnen-Anzug und zog einen Klapptisch aus ihrer Hemdtasche heraus. Ruhe. Stille. Schweigen. Martha, Darfo, Sonja, Johnny und die Anführerin der Atlantinerinnen schauten sie doof an. Wie jetzt? Neptun gähnte hingegen. Doch schwuppsdiwupps … zog sie einen Klappstuhl heraus. „Öhm“, rieb sich Blackbeard Johnny die Äuglein. Und ruckizucki … hatte sie schon eine Stenografiermaschine auf dem Tisch stehen. „Es kann losgehen!“, grinste sie alle an. „Öhm“, kratzte sich jetzt Wild Wild Sonja das Köpfchen. „Wie jetzt? Alle Namen?“ „Ja, die braucht ihr!“ „Und wo bekommen wir jetzt ein Einhorn her?“ Martha war etwas durcheinander. Das ging so schnell hier. „Ihr habt doch Einhörner dabei, oder?“ Lieutenant Darfo schaffte es fast, konzentriert zu sein. „Ja, aber man kann sich nicht unbedingt auf alle verlassen … wie das bei Einhörnern halt so ist!“ Johnny ergänzte: „Deren Konzentration … hui, hui, hui!“, wedelte er dabei mit seinem Händchen. Wild Wild Sonja war nun bei der Sache. „Und was ist mit Pinki???“ De Blasio blickte den Captain an. „Funktioniert Pinki?“, sagte er und tippte sich an den Kopf. Ihnen rannte die Zeit weg. Gleich würden hier wahrscheinlich die ersten Journalisten auftauchen. Sie sahen schon einige Touristen, aber auch einige New Yorker telefonieren. Nicht wenige hielten bereits die Kameras ihrer Smartphones auf sie. „Möglicherweise streamen die uns bereits“, verdrehte Fabula Rex in Menschengestalt einmal kurz die Augen. Egal. Hier ging es um die Nordsee – und damit um die ganze Welt! „Also, Pinki funktioniert?“ Nebulosa bestellte bereits einen Hubschrauber, er solle Pinki finden und hierher fliegen. „Ja“, nickte Sonja. Das war das Zeichen, der Heli war bereits in der Luft. Jetzt hieß es warten. Oder auch nicht: „Ihr könnt so lange ja schon einmal mit den Namen anfangen!“ Uff. Wusste er eigentlich, was er da von ihnen verlangte? Es waren über 30.000 Märchenwesen plus die Bundeswehrmatrosen auf der „Lübeck“ zu nennen! Da stellte sich bereits die Anführerin der Atlantinerinnen vor Nebulosa und legte los. Sie kannte jede einzelne ihrer Soldatinnen – und eigentlich auch jeweils die gesamte Familie. „Mändi, Sandy, Charlie, Handy, Wandy, Brandy …“ Nebulosa tippte wie eine Bekloppte. Darfo, Martha und Johnny stellten sich kurz daneben, da hörten sie in der Luft bereits die schwere Maschine des Helikopters. „Fertig“, stöhnte die Anführerin der Atlantinerinnen erschöpft auf. Sie war fast bleich. Sie hatte 30.000 Namen in nur drei Minuten aufgezählt. „Und die anderen Namen?“ Darfo meldete sich. Er war ein Chef!! „Ich kenne die von meiner Crew“, ging er nach vorne. „Elfie, Elfie 2, Elfie 3, Elfie 4 …“ „Moment“, unterbrach Nebulosa ihn. „Sind das auch die richtigen Namen von ihnen?“ Darfo wurde knallerot. „Jein …, sie haben schon richtige Namen, aber wir haben uns an Bord darauf geeinigt, dass ich sie auch so anreden kann, wenn mir ihr richtiger Name nicht einfällt!“ Nebulosa überlegte kurz … eigentlich war das legitim für die Magie. „Okay, mach weiter. „Elfie 5, Elfie 6, Elfie 7, Elfie 8 …“ Wild Wild Sonja blickte Neptun fragend an. Der zuckte nur mit den Schultern. „Nicht mein Zauber, keine Ahnung, ob das so geht!“ Da landete bereits der Hubschrauber. Zuschauer hatten eilig Platz machen müssen, einigen wehte er die Hüte weg. Und es passierte: Pinki stieg aus … und auch der New Yorker Hafenpolizist. Elvis! Beide bewaffnet mit unzähligen New York-Souvenirs! Und Einkaufstaschen.

Miss Libertys Magie

„Hoho“, jubelte Pinki ihnen zu und galoppierte direkt los. Hier fiel eine Mini-Freiheitsstatue heraus, dort ein nackter Gitarren-Cowboy. Elvis, sehr sportlich, rannte locker mit. Als er den Bürgermeister sah, wurde es ihm ganz schummrig. „Bürgermeister“, verneigte er sich ehrfurchtsvoll. „Ganz ruhig, mein Junge“, zwinkerte der ihm zu. Blackbeard Johnny erklärte Pinki bereits, was sie zu erledigen hatte. „Oh“, schaute sie erst überrascht drein, dann erfüllte ein Strahlen ihr Gesicht. Sie würde bei der Rettungsaktion eine entscheidende Rolle spielen! „Kein Problem“, hoppelte sie wie ein kleines Reh los. Direkt zur ersten Sternspitze vor ihnen. Pinki hob flugs den Huf – und berührte den Sockel. „Summm“, machte es. Ein blauer Lichtstrahl schoss gerade heraus. Pinki drehte sich um und schaute zum Bürgermeister. Der machte mit seinen Armen schon kreisrunde Bewungen. „Einmal ganz herum. Los, los, los!“ Pinki verstand und tippelte direkt weiter. Um auf Nummer sicher zu gehen, folgte ihr Schmetterlingsmacho Johnny, fliegend, ausnahmsweise! „Fertig“, klappte Darfo nun fast erschöpft zusammen. Schmetterling, das waren vielleicht viele Namen an Bord! Und dann noch alle anderen – die der weiteren Einhörner, der Mini-Elefanten, der Osterhasen, ja, sogar die von Neptuns Schoßhündchen. Alle hatte er zusammenbekommen … hoffte er. Im Hintergrund konnten die Anwesenden sehen, dass Pinki ihren Job gut machte. Ein blauer Strahl nach dem anderen schoss aus dem Sockel von Miss Liberty heraus, hinein in New York. „Acht!“, jubelten Pinki und Johnny sofort, als sie es geschafft hatten. „Wow“, staunte Elvis der Hafenpolizist nicht schlecht. „Habt ihr das installieren lassen?“, schaute er den Bürgermeister nun fragend an. Es war ja wohl logisch, dass Pinki die Technikerin war, die diese neue Lightshow für New York steuern würde. De Blasio blickte Elvis an. „Ähm … ja, logisch!“ Und auch die Touristen auf Liberty Island waren fasziniert. Sie wurden Zeugen von der Inbetriebnahme eines Geschenks des Bürgermeisters an die Stadt New York! Im Hintergrund schienen bereits wieder die ersten Hubschrauber der TV-Stationen in den Himmel aufzusteigen. Aber dann geschah etwas, womit wohl niemand gerechnet hatte: Die Strahlen hoben sich in die Höhe, bis sie senkrecht gen Himmel standen! Aber sie hielten nur kurz!! Sie knickten ein wenig nach hinten zur Statue ein, so dass ihre Linien sie knapp streiften, sie nun wie eine Pyramide aussahen … und sich oben kreuzten!! „Haben wir dann alle Namen?“ Wild Wild Sonja war so gebannt von der Lightshow, dass sie fast vergessen hatte, dass es hier um ihren Rückweg in die Nordsee ging! „Ähm“, überlegte sie kurz. „Die Namen der Marinesoldaten?“ Martha blickte in dem Moment verzückt auf. „Die kenne ich!“, rannte die Kleine in ihrem Abendkleid zu Nebulosa und legte los. „Bernd, Wolfgang, Horst, Jupp, Schulz …“ „Ähm“, flutschte es jetzt aus einem Schmetterlingsfreund heraus. Darfo. Sollte er jetzt eifersüchtig sein … oder stolz?? „Mach dir darüber erst später Gedanken“, haute ihm Johnny sein Patschehändchen auf die Schulter – und grinste. Es dauerte maximal eine Minute, da hatte die Kleine alle 300 Namen der Matrosen genannt. „Fertig“, strahlte sie über das ganze Gesichtchen. Nebulosa tippte noch die Namen der beiden Schiffe ein. „Wars das?“ Aber keine Reaktion. Alle schauten zur Statue jetzt. Die Magie war einsatzbereit. Die Linien kreuzten sich nicht mehr. Von der achteckigen Pyramidenspitze lief jetzt ein blauer Strahl durch den Kopf in die Freiheitsstatue hinein … und brachte ihr Augen zum Leuchten. Blau!! Sie wartete!!! Hatte sie da gerade Johnny zugezwinkert? Johnny rieb sich die Äuglein. „Wars das? „Öhm“, schüttelte sich Sonja – und auch die anderen fingen sich wieder! Der Bürgermeister schaute Neptun an, der zuckte mit den Schultern. Was anderes konnte er aktuell nicht machen. Das Ding war nach seiner Amtszeit errichtet worden. Wessen Magie das war, davon hatte er keine Ahnung. „Unsere Namen fehlen noch!“ Nebulosa tippte sie schnell ein. „Sonst noch wer?“ Pinkis Augen leuchteten erschrocken auf, da war noch was. Sie rannte in Panik zu Nebulosa und flüsterte ihr was ins Ohr. „Okay“, tippte sie, „dann sind wir aber fertig?“ Wieder reagierte niemand. Alle schauten aufs Wasser und in die Luft: Hunderte Boote kreisten um die Freiheitsstatue und ebenso viele Helis schienen in der Luft. Auch einige Zeppeline drehten vor ihnen ihre Bahnen. Und alle glotzten ungläubig auf die Insel – zu ihnen. Ob zu Wasser, in der Luft oder an Land. „Ach, einfach ignorieren“, schüttelte sich nun Bill de Blasio. „Fertig?“ Captain Wild Wild Sonja drehte sich noch einmal um, Martha, Johnny, Darfo, Neptun und Pinki nickten ihr hektisch zu. Sie sollten vielleicht langsam hier mal verschwinden! Das konnte hier langsam die Gesamtmission gefährden!! Okay!!! „Dann brauchen wir jetzt noch etwas Götterblut“, riss de Blasio mit einem Mal die Hand von Neptun in die Höhe, pikste mit einer Nadel in eine Zeigfingerspitze … und ließ einen Blutstropfen fallen … auf die kilometerlange Steno-Papierrolle von Nebulosa, die sie darunter hielt.

Helgoland!

„Aua!“, quietschte Neptun auf. Aber der Bürgermeister ignorierte ihn. „Dann wünsche ich euch von ganzem Herzen Glück!! Rettet die Nordsee – und damit die ganze Welt!!!“ De Blasio ging in die Knie, schnappte sich Wild Wild Sonja und die Anführerin der Atlantinerinnen … und umarmte beide!! In dem Moment geschah es: Es krachte leicht, der Boden vibrierte – Leben erfüllte die Freiheitsstatue. „Uaaaaaa“, schrien die Menschen um sie herum. Miss Liberty machte einen Schritt nach vorne!!! Sie löste sich aus ihrer Ewigkeit!!! Augen ganz weit offen, alle Münder der Zuschauer klappten auf. Miss Liberty bewegte sich!!! Und die Magie ging weiter: Auf ihrer Tafel funkelte es blau!!! Und dann passierte es: Zeichen um Zeichen tauchten blaue Buchstaben auf, erst wirr, dann ergaben sie Sinn: Die Namen von der Liste!! Überall funkelten ihre Namen auf!!! Eine Transportliste!!! Immer schneller und schneller schossen ihre Namen auf ihrer Tafel in blauen Lettern umher, bis ihre eigentlich tote Fackel … sich entzündete!!! Eine blaue Flamme loderte!!! „Uaaaaa“, riefen die New Yorker und alle Menschen hinter den Fernsehern. „Uaaaaaa“, umklammerte auch Martha schnell Darfo. Aber nicht vor Angst, sondern vor Freude. Und es geschah, die Namensliste war vollständig. „Ziiiiiiiisch“, schossen mehr als 30.000 kleine Strahlen aus der Fackel heraus – trafen ein jedes aufgelistete Märchenwesen, jedes Boot. Und mit einem riesigen „Ploooooop“, waren die regenbogenfarbene „Weiße Libelle“ und die Fregatte „Lübeck“ mit all ihren Besatzungsmitgliedern und Schoßhündchen veschwunden. „Uaaaaaa“, schrie New York auf. Miss Liberty machte wieder einen Schritt zurück, nahm ihre urspüngliche Position ein … und verharrte mit einem leichten Knarren wieder für die Ewigkeit. Zuckend erlosch die Flamme, nur eines blieb noch wenige Sekunden länger: Auf der Tafel stand in magisch-blauen Lettern das Wort … „Helgoland“ ….

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Liebe Leser, diese Geschichten wurden „live“ in diesen Blog geschrieben und einmal direkt im Anschluss Korrektur gelesen. Ihr mögt mögliche Fehler daher entschuldigen. Vielleicht gebt Ihr aber bitte bei der Sichtung eines Fehlers (inhaltlich oder von der Rechtschreibung her) einen Hinweis in Form eines Kommentars? Und: Hieraus wird wie immer ein Büchlein entstehen. Ein richtiges Korrektorat und Lektorat werden noch folgen. Die Schmetterlinge Martha, Darfo, Sonja und Johnny sowie alle anderen Märchenwesen danken Euch!!!

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