Lösung gefunden? Raupen fressen am liebsten Plastik


Raupen der Wachsmotte fressen Plastik

Raupen der Wachsmotte fressen PlastikRaupen könnten ein Problem der Erde lösen. Jetzt sind Wissenschaftler einer faszinierenden Leidenschaft auf die Spur gekommen.

… Es war ein Stimmengewirr ohne Ende, überall stritten und diskutierten sie: Die große Sitzung des Vereinten Märchenwesenrats der Erde (VMRE) lief auf vollen Touren. Über dem Rednerpult prangte eine regenbogenfarbene Märchenwesenfahne mit lebendigen Sternschnuppen. Sie zischten immer wieder hin und her. Nicht wenige der Zuschauer hörten unten gar nicht zu, sondern folgten gespannt den Bahnen. War das Pong? Aber die meisten der knapp 10.000 anwesenden Märchenwesen steckten in tiefen, heftigen Diskussionen. Mittendrin: Martha, Darfo, Sonja, Johnny und Einhorn Pinki! „Wir müssen das aber so machen!!“, brüllte Schmetterling Johnny mit knallrotem Kopf gerade ein afrikanisches Zweihorn an. Der alte Sturkopf aus Afrika wollte einfach nicht einsehen, dass die Idee des Schmetterlings einfach viel besser war!!! Welche? Das wussten gerade beide nicht mehr. Klar war nur: Beide vertraten immer noch ihre Positionen – und standen kurz vor einer Schlägerei. Der andere würde gleich so richtig eine auf die Fresse bekommen!

Märchenwesen haben Plastik geächtet

Dabei ging es gerade mittlerweile um ein wichtiges Thema: Bekanntlich hatten die Märchenwesen den Plastiktüten auf der Welt den Kampf angesagt. Einstimmig hatte der Vereinte Märchenwesenrat der Erde Plastiktüten und allen anderen Plastikschrott geächtet – und gleichzeitig auch Forscher damit beauftragt, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, wie man den Blauen Planeten retten kann. Und um Lösungen ging es aktuell: Unten am Rednerpult lagen bereits Vorschläge auf dem Tisch, … wie beispielsweise die Menschheit auf einen Steinplaneten zu verfrachten. Dort würden sie nur sich selbst etwas antun können. Sofort folgte ohrenbetäubendes Gebrüll, aber auch klatschend Zustimmung. „Das wäre natürlich eine Möglichkeit“, kicherte Einhorn Pinki. Aber auch andere interessante Ansätze kamen zur Ansprache: Sämtliche Mitglieder aller Regierungen der Welt mit dem Ausschluss aus der alljährlichen Weihnachtsgeschenkevergabe zu erpressen (Santa Claus stand applaudierend im Bereich der Weihnachtsmannfraktion auf seinem Stuhl, sein roter Bommel sprang hin und her) oder den Menschen einfach jeden Sommerurlaub mit Intensiv-Einsätzen von Frau Holle zu vermiesen. Demonstrativ schüttelte der Frau-Holle-Petrus-Block einige Kissen – sofort schneite es im Saal. „Buuuuuh“, buhten karibische Nachtliedersinger sofort los. „Blöde Idee!!“ Aber nicht alle sahen das so: „Ich fand den Vorschlag der Weihnachtselfen gar nicht schlecht“, überlegte Schmetterlingsmädchen Martha immer noch laut und winkte den knapp 200 Weihnachtselfen auf der anderen Seite des Plenarsaals zu. „Hohoho“, winkten diese zurück. Geile Abenteuer, die wir erlebt haben!

Raupen, die Plastik fressen

Das waren allerdings beim besten Willen noch nicht alle Vorschläge. Gerade stand eine Abordnung von isländischen Elfen und Trolle am Rednerpult. Sie waren die Vordenker bei einem etwas anderen Ansatz gewesen: „Die Menschen sind uns auf unserer Insel sowieso Untertan!“, hatten sie gekichert. Der Mensch sei eher ein Lebewesen, das vor sich selbst beschützt werden müsse! Und das käme halt den Märchenwesen zu! „Wir sollten die Zweibeiner einfach unter unserer Aufsicht betrachten!“ Demonstrativ hielt eine isländische Elfe eine Plastiktüte in die Luft – und da geschah es: Klong, wurde sie von einer Horde Raupen begraben. Von jetzt auf gleich. Ein Geschmatze erfüllte den Plenarsaal, so laut, dass alle anderen Streitgespräche verstummten. Ob Einhörner, Schmetterlinge, Osterhasen oder die Alice-im-Wunderland-Fraktion – alle schauten baff nach unten. Innerhalb weniger Sekunden standen die Raupen mit kugelrundem Bauch neben der zerfledderten isländischen Elfe und hatten das entspannte Lächeln eines Verhungernden nach einer Mahlzeit auf dem Gesicht. Wie ein Märchenwesen, das gerade eine Tonne Zuckerwatte essen durfte. Und was dem Märchenwesen seine Zuckerwatte war, schien den Raupen da unten das Plastik zu sein. „Ist jetzt nicht wahr, oder?“, kratzte sich Schmetterling Darfo das Köpfchen. Die Raupen da unten waren die Larven der Großen Wachsmotte (Galleria mellonella) – und sie hatten Heißhunger auf Plastik! Sie waren von den erwachsenen Motten zum ersten Mal in den Plenarsaal mitgenommen worden, um zu sehen, wie Märchenwesen-Demokratie ablief. Zum ersten Mal! Sofort liefen zwei gestiefelte Kater nach vorne und hielten mutig zwei weitere Plastiktüten in die Luft. Drei, zwei, eins – schwuppsdiwupps waren diese schmatzend verschwunden. Und irgendwie fehlte von den beiden gestiefelten Katern auch jede Spur. Aber das war Nebensache. „Öhm“, hatten alle Märchenwesen bei dem Anblick zeitgleich einen magischen Gedanken: „Vielleicht sollen wir das einfach einmal einer menschlichen Wissenschaftlerin zeigen? …

Und wie das ausgegangen ist, kannst Du hier lesen

Welt.de

Stern.de

BR.de

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.