Lank-Latum in neuem Glanz


Wenn Helden kommen, braucht es ordentlich viel Glanz.

… Die Einzelhändler am Alten Marktplatz in Lank-Latum staunten nicht schlecht, als aus dem Brunnen tausende Seifenblasen in die Luft strömten und Schaum den kompletten Untergrund der Fußgängerzone überflutete. Überall, hier und da, unter der fast einen Meter hohen Gischt konnten Passanten schrubbende Geräusche ausmachen. Sie kamen von überall, alle paar Meter. Ängstlich gingen sie in ihre Läden zurück und schauten vorsichtig durch die Scheiben. Es war heller Tag. Die Polizei war längst gerufen. „Hier sind Geister am Werk“, fürchtete sich eine ältere Kauffrau leise und verbarrikadierte ihre Türe. DIE kamen ihr nicht ins Haus. Als der Zauber nach ein paar Stunden wieder vorbei war, es mehrere Male „Plopp, Plopp, Plopp“ gemacht hatte, glänzte und blitzte die Straße wie noch niemals zuvor. Zaghaft bewegten sich die Menschen vor die Türe … als endlich die Polzei eintraf. Einer der Männer ging sofort schnellen Schrittes auf den Beamten zu. „Sie … sie … sie werden nicht glauben, was hier gerade passiert ist“, stammelte er und zeigte mit einer runden Handbewegung einmal über den Platz. Der Polizist rückte seine Mütze zurecht. Sollte er es ihnen sagen? Nein. Der Staatsdiener entschied sich dagegen. Es war ihm freigestellt worden. „Was denn? Ich sehe nichts“ „Ja … ja … ja … jetzt ist es ja auch vorbei.“

Die Stadt braucht neuen Glanz

Der Polizist betrachtete den Mann genauer. Hmmm, kratze er sich am Kopf, überlegte kurz. Er konnte diese armen Menschen nicht so verstört zurücklassen. Schnell griff er in die Innentasche seiner Dienstjacke und fummelte einen Zettel heraus. Dem Lanker klappte der Unterkiefer herunter: Der Briefkopf – das Kanzerlamt. Der Polizist faltete das Papier auf und reichte es dem Mann. Von allen Ladenfenstern aus beobachteten Männer und Frauen die Szene. Sie konnten sehen, wie der Meerbuscher ungläubig den Kopf schüttelte, der Polizist ihm auf die Schulter klopfte und beide dann wieder getrennte Wege gingen. Der Uniformierte stieg wieder in seinen Streifenwagen, sein Kollege nahm ihm den Botschaft ehrfürchtig aus der Hand, wollte es noch einmal lesen. Die Chance bekamen beide nicht noch einmal. Vielleicht sollten sie sich selber zur Armee melden? „Machen lassen“, stand da drauf – unterzeichnet von der Oberkommandierenden Sarah O’Boile, General-Ritterin der Erde, legitimiert durch die einzige Verteidigungsarmee, den Rittern der Blauen Rose … und einer Bundeskanzlerin, stellvertretend für Bund, Länder, Kreise und Städte … und der Verantwortlichen der Reinigungsaktion, Schmetterlingskriegerin Sonja, die mit einem Handabdruck signiert hatte. Sebastian Feuerstiel könnte ja vielleicht auch hierhin kommen: Da sollte die Stadt schön glänzen …

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