Weihnachtsgeschichten: Der Weihnachtsmann-Feierabend


… Kein Mucks, kein Laut, kein Lärm. Frieden herrschte nach Feierabend – hier, in der geheimen Geheimstadt am Nordpol. Unzählige Schneemänner mit Flügeln standen mittlerweile herum, sogar kleine Schneeballschlachtenburgen hatten die Schmetterlinge zusammen mit den Elfen gebaut. Der Weihnachtsmann hockte wie jeden Abend in seinem Schaukelstuhl auf der Veranda und schlürfte einen heißen Schokoladentee mit Flocken von Zuckerwatte obenauf. Still war es. Still war es? „Hmmm“, grummelte Santa sofort los, ahnte er, dass das eher die Ruhe vor dem Sturm als der Beginn der Nacht war. Kaum hatte er den Gedanken ausgedacht, da tippelte der Phoenix mit den drei blauleuchtenden Glühwürmchen um die Ecke. Eine leichte Wasserspur, die sich sofort in Eisabdrücke verwandelte, führte vor dem Weihnachtsmann entlang. Die Truppe quasselte was über den besten Fahrer in ihrem eigenen, kaum verständlichen Kauderwelsch. BrabbelBrabbelBrabbel. Eine innere Stimme sagt dem Chef von Weihnachten, dass er sich mit seinem Schaukelstuhl ein wenig nach vorne beugen sollte. Und er hörte auf seinen Bauch. Knaaaaarsch. Und, oh Wunder: Von hier aus konnte er sehen, dass die Jungrentiere der Schmetterlinge nicht in ihren Gattern waren. „Hmmm“, brummelte er vor sich hin, hob die Tasse und wollte einen weiteren Schluck nehmen…als ein monströser Lärm ihn fast vom Stuhl haute. „Wuuuuuusch!“ Einer kurzen Pause folgte der Lärm. „Juhuhuhu!“ „Darfo! Darfo! Darfo!“ KlockKlockKlock, sprangen unzählige bunte Flutlichter an, Tribünen aus Schnee bauten sich mit einem Mal um ihn herum auf. Besetzt mit Elfen, die Fähnchen schwangen. „Sonja! Sonja! Sonja“, brüllten die einen dort. „Johnny! Johnny! Johnny!“, feuerten die anderen da ihre Wettschlittenfahrer an. Aus dem Himmel stießen sie wie tollkühne Piloten herab, bogen um die Schokoladenfabrik ein, rissen beinahe die Weihnachtsbäckerei ab, um dann auf der Zielgeraden direkt vor dem Haus des Weihnachtsmannes, umgeben von den Fanchören der Elfen, den Sieger unter sich zu ermitteln. Lediglich bei Schmetterlingsmädchen Martha schien allen klar zu sein, dass es bei ihr nicht um den Sieg ging. Gemeinsam mit ihren in rosa gekleideten Rentieren hielt sie mal an der Tanne, schnupperten sie alle mal an dem Baum, und trabten dann gemütlich Sonja, Johnny und Darfo hinterher. Die hingegen lieferten sich ein heißes Rennen, stoppten sie aber sofort vor der Ziellinie…und warteten dann auf ihre Bummelbiene. Erst als sie alle vier auf gleicher Höhe waren, ritten sie über das Ziel. „Juhu!!!“, jubelten die Elfen – kein Sieger, kein Verlierer…aber alle waren sie Gewinner. „Höhö“, pustete der Weihnachtsmann den Dampf seines heißen Schokoladentees beiseite. Ein bisschen Spaß musste eben auch am Nordpol sein …

Diese Geschichte wurde direkt in diesen Blog geschrieben, unkorregiert und pur. Damals gab es jeden Tag eine. Aufbereitet, korrigiert und lektoriert entstand später im Frühling/Sommer ein Büchlein daraus. Weiter gehts deshalb in den Weihnachtsgeschichten der Schmetterlinge

Schmetterlingsgeschichten

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