Weihnachtsgeschichten: Alarm im Weihnachtsmanntannenbaumwald


… Totaler Totalalarm in der geheimen Geheimstadt des Weihnachtsmannes am Nordpol. Rote Blinklichter erhellten Gänge, Zimmer, Büros, Fabriken und Schlafräume, ein greller Warnton piepte zusammen mit markerschütterndem Sirenengeheul. Mitten aus dem Schlaf gerissen sprangen Martha, Darfo, Sonja und Johnny auf, schauten sich verwirrt um und rannten die mittig im Raum stehende Wendeltreppe nach oben, um auf die Feuerwehrstange zu springen. Kreiselnd rutschten sie nach unten und warteten auf ihre Einsatzbefehle. Sofort sprang die Türe auf und ein Elf hechtete herein. „Das ist keine Übung! Alarm im Weihnachtsmanntannenbaumwald. „Boaa“, wurde die Rasselbande sofort wütend und rannte los. Laufend zogen sie sich ihre dicke Winterkleidung an, draußen wollte Santa gerade schon mit dem Weihnachtsmannschlitten starten, als er seine Helfer sah. „Los! Springt mit auf!“, rief er ihnen mit tiefer Stimme zu. Flugs eilten die Schmetterlinge nach oben, da gab der Weihnachtsmann mit den Rentieren schon Vollgas. Immer höher und höher und höher stiegen sie, rammten sie aber anfangs noch die Zinnen der magischen Schokoladenfabrik, sodass Schnee hinunterfiel. Der Weihnachtsmanntannenbaumwald war nicht weit weg. „Wenn es brennt, haben wir das im Nu gelöscht!“, spekulierte Darfo, ging es ihm aber gleichzeitig schon im Kopf herum, welcher Unhold denn die schönsten Bäume des Jahres angezündet haben könnte. „Vielleicht waren das ja die Holländer?“ „Gute Frage!“, fuchste er zurück. Sofort startete ein wildes Gebrabbel nebem dem Weihnachtsmann, wer, wie und warum so etwas machen sollte. BrabbelBrabbelBrabbel. Aber kaum näherte sich der Schlitten den ersten Bäumen, da konnten sie es hören: Kettensägengeräusche!! „Baumdiebe!“, hauchte Schmetterlingskriegerin Sonja und ballte sofort das Fäustchen. Suchend, immer dem Geräusch nach, steuerte der Weihnachtsmann Dasher, Dancer, Prancer, Vixen, Comet, Cupid, Donder und Blitz in Richtung des Attentats. Da sahen sie es schon. Viele grauvermummte Gestalten schlichen böse herum, unheimliche Fackelträger gaben ihnen ein fürchterliches Licht für ihre Schandtaten. Kkkkknnniiiiiirsch, machte es und die Retter sahen, wie ein weiterer Baum krachend zu Boden stürzte. Ein widerliches Ziehen verbreitete sich in allen Körpern der Retter, von ihren Bäuchen bis hinauf zum Kopf. Wut, pure Wut, wegen den Verbrechen, machte sich im Schlitten breit. „Ho-Ho-Ho“, schoss der Schlitten genau auf die Gangster herunter, konnten sie alle sehen, wie der Weihnachtsmann einen versteckten Geheimknopf für totale Ausnahmesituationen drückte,…und sich der Weihnachtsmannschlitten in einen wilden, lebenden, feuerspeienden, goldschuppenen Drachen verwandelte und auf die Verbrecher zubrauste. Als der erste Dunkelmann das Ungetüm auf sie zukommen sah, hielt er ungläubig inne. Erschrocken warnte er seine üblen Kumpane. Mit Händen winkten sie, zeigten auf den Monsta-Drachen…und erstarrten zu Salzsäulen. Dann berappelten sie sich…und rannten um ihr Leben fürchtend in der Dunkelheit durch den Schnee los. Fackeln und Kettensägen warfen sie weg, eilten sie durch den tiefen Schnee zu ihren Transportmitteln. Der Schrecken, den der Weihnachtsdrache ihnen verpasst hatte, saß tief. „Hier kommen wir niemals wieder hin“, hörten Santa und die Schmetterlinge noch, als die letzten Türen zuschlugen und die Fahrer mit Karacho durch den Schnee, raus aus dem Wald, auf die Landstraße brausten. „Verpass ihnen einen!“, fluchte Johnny und schaute den Weihnachtsmann sauer an. „Ho-Ho-Ho“, nickte der grimmig und lenkte den Weihnachtsmannschlitten auf das letzte Fahrzeug. Wuuuuuuuusch, verpasste er dem LKW einen züngelden Feuerschlag direkt aus dem Maul des goldschuppenen Drachens – der Schwall landete an der Fahrerkabine. Angstverstörte Schreie kreischten von dem Bösen in die Nacht, hallte er sogar zu den vorderen Fahrern, die in den Spiegeln alles sehen konnten. „Lass gut sein“, legte Schmetterlingsmädchen Martha glücklich ihr Händchen auf den Arm Santas. „Sie haben genug!“ Sanft schaute er sie an, dann drehte der Weihnachtsmann den Schlitten und flog zum Unglücksort zurück. Auf der Lichtung angekommen, stiegen sie aus. Jeder konnte den Schmerz und die Trauer der Tannenbäume spüren. Denn – das hier war nicht umsonst der magische Weihnachtsmanntannenbaumwald. Mit bitterer Miene, die Schmach in seiner Stimme hörbar, wendete sich Santa an all seine grünen Freunde. „Vier Stück“, kam Darfo und sagte damit die Zahl der Opfer. Santa nickte. „Es ist ein Unheil geschehen, welches nicht entschuldbar ist“, sagte der Weihnachtsmann und drehte sich auf der Lichtung im Kreis. Hoch und stolz, in grünen Kleidern und mit starkbraunen Stämmen standen sie da. Santa bewegte sich bei Worten und blickte damit jeden einzelnen Baum an. „Wir werden die Opfer begraben“, brummelte er etwas leiser. Und da konnten die Schmetterlinge hören, wie ein Knistern und Knacken durch den Forst lief. Martha krabbelte ein wenig näher an Darfo ran. Hatte sich da gerade ein Ast bewegt? Und da! Noch einer? „Es tut uns wahnsinnig leid!“, sagte Santa. Und da! Wieder eine Bewegung im Baumwerk! Und da! Noch eine, und noch eine…und noch eine! Hier und da hob sich der Schnee unter den Bäumen. Hoben sich da die Wurzeln? Krach, knack, erfüllte es immer mehr den Ort des Geschehens. Dann konnten sie es sehen. Rieselnd purzelte das Weiß endgültig zur Seite, die dicken schweren Lebensadern kamen aus dem Erdreich hervor, die Tannenbäume hoben sich in die Höhe. Auch von ihren Zweigen fiel der Schnee bei ihren Bewegungen herunter. Mit offenen Mündchen standen Martha, Darfo, Johnny und Sonja da. „Wenn ihr weiterzieht, weglauft, werden sie euch wieder finden“, richtete sich Santa an seine Freunde, für den das das Normalste der Welt zu sein schien. So schnell die Schmetterlinge verzaubert, fasziniert vom Eigenleben der Tannenbäume waren, so schnell berappelten sie sich wieder. Nichts ist unmöglich – das wusste die Rasselbande am besten. Schmetterlingsmädchen Martha war die Erste, die am schnellsten schaltete. Verzückt bei ihrem Gedanken, flatterte sie sofort zum Ohr des Weihnachtsmannes und tuschelte ihm aufgeregt was ins Ohr. Respektvoll nickend, blickte Santa drein, die Zukunft erkennend. „Gute Idee“, brummelte er hoffnungsvoll. „Sie werden auch weiterhin Bäume schlagen, in dieser festlichen Zeit!“, hob der Weißbart in seinem roten Rock und mit seiner roten Mütze auf dem Kopf seine Arme. „Daher ist es ein Wunsch, ein Wunsch der Schmetterlinge, der Elfen, von Frau Weihnacht und mir, ihr möget zu uns kommen. Zu uns, in unsere Stadt. Dort seid ihr sicher!“ Abrupt hörte das Knacken auf, die ersten Tannenbäume, die sich bereits umgedreht hatten, um in die Ferne zu wandern, blieben stehen. Ein Tuscheln und Knistern ging durch das Geäst. Sie berieten sich…als sich der vorderste, schönste und prächtigste Tannenbaum an sie richtete. Seine grünen Nadeln leuchteten bläulich auf, kleine Sternenfunken sprühten glitzernd in die Luft. Erst tanzten sie unkoordiniert umher, dann sammelten, vereinten sie sich. Auch die anderen Tannenbäume hauchten ihre Magie in den Himmel. Die Sternenfunken kamen vor dem Weihnachtsmann und den Schmetterlingen zum Stehen: sie malten ein Bild in den Nachthimmel!!! Die geheime Geheimstadt des Weihnachtsmannes, mit Elfen, Santa, den Schmetterlingen, den Rentieren und allem Drum und Dran…und etwas Neuem: Überall standen die magischen Tannenbäume zwischen den Häusern, den Schneeballschlachtenburgen, der Schokoladenfabrik. Einfach überall. Das war die Antwort: Ja! „Hurra“, jubelten die Schmetterlinge, umarmten sich und sprangen dem Weihnachtsmann glücklich an den Hals. Knuddeln war angesagt. Der wusste gar nicht, wie ihm zumute war, und beendete die Szene recht schnell. „Nun gut, meine Freunde! Auf gehts!“, rief er hinaus und machte sich auf den Weg zum Schlitten. Die magischen Tannenbäume beendenten ihren Nordmeerzauber und folgten der Weihnachtsmanneinheit. „Aber, was ist mit den Verbrechern? Werden sie jetzt nicht wissen, dass hier was nicht stimmt?“, fragte Darfo auf
dem Kutschbock sitzend, während des Heimfluges in einigen Metern Höhe, den Weihnachtsmann. „Keine Sorge“, grinste Santa. „Denn glaubst du, sie würden DAS weitererzählen? …

Diese Geschichte wurde direkt in diesen Blog geschrieben, unkorregiert und pur. Damals gab es jeden Tag eine. Aufbereitet, korrigiert und lektoriert entstand später im Frühling/Sommer ein Büchlein daraus. Weiter gehts deshalb in den Weihnachtsgeschichten der Schmetterlinge

Schmetterlingsgeschichten

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