China und die Märchenwesen


In China gibt es gut versteckt Drachen.

China sieht anscheinend von dem Plan ab, den Mount Everest zu untertunneln. Die Märchenwesen sind erleichtert. „Puuh“, sagte wohl der Drache Chin Pau.

… Die magischen Lichter funkelten blau durch die Tunnel in China, in den Hallen war es silberfarben hell. Auf den Zuckerwatte-Sträuchern glitzerte das durch geheime Löcher in der Decke des Berges einfallende Sonnenlicht. Ja, das war ihr Reich, das war eine Plantage der Märchenwesen auf der Erde. Nessie von Loch Less watschelte mit einem Einkaufskorb um den Arm an den Schokoladen-Bäumen vorbei, isländische Elfen machten sich gerade an einem Honig-Erdbeer-Busch zu schaffen. Chinesische Drachen pflückten mit Verzücken Zitronengras. Da standen die drauf, aber sowas von. Schnurrrrrr. Martha, Darfo, Sonja und Johnny latschten wie gewohnt an ihnen vorbei, nickten ihnen zu – und gingen mit ihren Sackkarren schnurrstracks auf die Zuckerwatte-Palmen zu. Hier unten auf der geheimen Geheim-Plantage herrschte Hochbetrieb. Das Wochenende stand an. Und als wenn es nach Sonntag, ein irdischer Feiertag, kein Morgen mehr geben würde, rannten alle Märchenwesen der Welt die Türen der geheimen Geheim-Plantagen ein. Und es wäre ja nicht so, als wenn es nur die eine hier in China geben würde. Nein, bei allen rund 70 Märchenwesen-Versorgungs-Einheiten auf dem Blauen Planeten war die Bude voll. „Tssss“, schimpfte Martha, als sie sah, in was für „Fummeln“ die griechischen Nymphen unterwegs waren. „Flittchen“, zischte sie sofort und erntete ein zustimmendes Nicken von Sonja. Und sie wussten, dass sie froh sein konnten.

China und seine Märchenwesen

Denn jetzt kam der absolute Super-Duper-Ultimo-Kracher: Ausnahmsweise verrieten die Schmetterlinge den Ort einer geheimen Geheimplantage der Märchenwesen! Aber das auch nur notgedrungen. Finden würden sie Menschen (wahrscheinlich) nie. Sie hatten hier in China einen Pakt mit den Mönchen geschlossen. So war es schon seit Jahrtausenden von Jahren so, so würde es auch immer sein. Doch die chinesische Regierung hätte beinahe einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun hatten sich China glücklicherweise dagegen entschieden – sie hatten den Tunnelbau unter dem Mount Everest abgesagt. Anscheinend hatte eine Zeitung den Bahnexperten Wang Mengshu der Pekinger Akademie für Ingenieurwissenschaften in China zitiert, der den Bau als Verlängerung der Tibet-Eisenbahn für machbar hielt, das Projekt sogar spätestens 2020 für vollendet sah. Doch die internationale Presse hatte daraufhin einen Druck aufgebaut, dem Peking nicht standhielt. Nun war das Vorhaben in China anscheinend gestorben. Zum Glück für alle Märchenwesen. Und zum Glück für die chinesischen Bauarbeiter. Nicht, dass der Tunnel direkt hineingeführt und damit einen ihrer besten Supermärkte zerstört hätte, aber schier die Anwesenheit von Zweibeinern in der Nähe einer ihrer geschützten, von der Galaktischen Union für Märchenwesen anerkannten Schutzzone, Plantage hätte für … Tote gesorgt. Das war nun einmal ihr „Gebiet“. Und dort waren Dinge zur Verteidigung installiert, die Menschen höchstens in 20.000 Jahren erforschen würden – oder gar nicht. „Puuuh“, atmete Sonja entspannt aus. Sie liebten die Menschen – doch es gab Gegenden auf der Erde wie hier in China, von denen sie die Finger lassen sollten. So, wie es immer war …

guckst du welt

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