Nordsee Rätsel #5
Nordsee Rätsel für Familien – Lina Sturmwind und der Wind über der Nordsee

Lina Sturmwind kennt Wind und Wetter an der Nordsee besser als die meisten Menschen. Ihre Mutter war eine Helgoländer Hochseeheldin, ihr Vater ein Büsumer Meereskenner, der sein Leben lang mit Schiffen und Stürmen zu tun hatte.
Ihre Vorfahren lebten seit Jahrhunderten an der Küste – von den ostfriesischen Inseln über Hamburg bis hinauf zu den alten Seefahrern des Nordens.
So wuchs Lina zwischen Hafen, Watt und offener See auf.
Heute sagt man an der Küste: Wenn jemand wissen will, was Wind, Wetter und Meer als Nächstes vorhaben, dann fragt man Lina Sturmwind.
Manchmal knistert das Funkgerät in ihrer Stube, weil Kapitäne großer Schiffe oder sogar Fregatten der europäischen Marinen ihren Rat hören wollen.
Und manchmal steht einfach Oma Neele aus der Nachbarschaft, mit Küchenschürze und einer Tasse Tee in der Hand, vor ihrer Tür und fragt:
„Lina, sag mal – was hat der Himmel heute vor?“
An diesem Julitag knackte plötzlich wieder das Funkgerät.
„Frachter Baltic Trader hier“, meldete sich eine tiefe Stimme ganz aufgelöst. „Lina, wir haben draußen eine gewaltige Welle erwischt. Die kam plötzlich aus dem Nichts.“
Die Stimme musste schlucken: „Das waren bestimmt 20 oder 30 Meter. Das war … heftig!“
Lina blickte hinaus über die Nordsee.
„Dann habt ihr wohl einen Kaventsmann gesehen“, sagte sie ruhig.
Oma Neele zog die Augenbrauen hoch und griff sich das Mikofon. „Männers, wie geht es euch denn?!“
„Unsere Baltic hat es ganz gut überstanden. Jetzt ist ihr was schlecht, und den Männern auch. Aber wir kommen in den Hafen. Die Nordic schippert schon um uns rum.“
Lina und Oma Neele grinsten. Alles klar. Das brachte Oma Neele aber zur nächsten, vielleicht zur wichtigsten Frage:
„Kawemmsmann?“, fragte sie. „Was soll das denn sein?“
Vielleicht kannst du es herausfinden.
DAS RÄTSEL
Lina kennt drei mögliche Erklärungen:
NATURWISSEN – GROSSE WELLEN AUF DER NORDSEE
Auf dem offenen Meer entstehen Wellen vor allem durch Wind. Wenn starker Wind lange über eine große Wasserfläche weht, können hohe Wellen entstehen.
Manchmal treffen verschiedene Wellensysteme, Wind und Strömungen so zusammen, dass einzelne Wellen besonders groß werden. Solche sehr großen Einzelwellen nennt man auch Monsterwellen oder Freak Waves.
Lange hielten viele Menschen solche Wellen für Seemannsgarn. Doch am 1. Januar 1995 wurde an der Draupner-Plattform in der Nordsee eine Welle von 25,6 Metern gemessen. Seitdem weiß man sicher: Solche Wellen gibt es wirklich – und sie stellen eine reale Gefahr für die Schifffahrt und Ölplattformen dar.
Lina nickte zum Funkgerät.
„Passt draußen gut auf“, sagte sie ruhig und nippte an ihrem Tee. „Die Nordsee hat manchmal ihre eigenen Überraschungen.“
MITRÄTSELN
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In unserer Nordsee-Rätselserie warten viele weitere Rätsel aus der Welt von Küste, Watt und Nordsee.