Piratengeschichte: Die „Weiße Libelle“


Die verrückte Piratengeschichte Die Weiße Libelle

Die verrückte Piratengeschichte Die Weiße LibelleEs gibt Piraten, die sollten Seeleute fürchten. Jetzt ist die „Weiße Libelle“ unterwegs.

… Der Regen prasselte hart auf die Wellen, die weiße Gischt spritzte nur so in die Luft. Rau war die See, hart war das Leben, wild waren die Sitten. Es war zwar Sommer, aber anscheinend schien der Himmel ihnen nicht freundlich gesonnen. Das Piratenschiff „Weiße Libelle“ mit ihren zweimal vier Groß-Segeln preschte nur so durch die Nordsee. Sie waren Kaperfahrer, Freibeuter, Seeräuber – Piraten! „Hoho“, rief eine kräftige Stimme vom Ausguck herunter. Jahrhundertelang hatten Piraten die Weltmeere unsicher gemacht, hatten sie Leid und Kummer über die Seefahrer gebracht. Störtebeker, Mary Read, Sir Francis Drake, Bartholomew Roberts, Anne Bonny, Sir Henry Morgan – alles große Namen.

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Diese Geschichte ist Teil des Buches „Die Weiße Libelle“. Hier im Blog entstanden hat sie im Buch noch einmal eine fantastische Verwandlung erlebt! Nur noch rund 60 Prozent von dem, was hier steht, findet sich in dem Piraten-Abenteuer in der Nordsee wieder. Also einfach kaufen, lesen und begeistert sein!

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Die „Weiße Libelle“

Heute gab es im Nordatlantik und der Nordsee nur noch eines: Die „Weiße Libelle“. Noch war die „Weiße Libelle“ selber nur ein grauer Punkt am Horizont, aber je näher sie kam, desto deutlicher wurde: Das war kein normales Piratenschiff! Erst grüne, dann rote, ja sogar pinke Farben zeichneten sich ab. Ja! Es war knalle bunt! Und noch mehr: Überall ragten Kanonen heraus, vielleicht 200 oder 300? Das war ein Meisterschiff! Ein Superschiff mit besonderem Schliff!! „Hoho“, rief wieder eine echte Männerstimme an Bord, weckte damit die schlafenden Geister. Sie hatten eine Spur aufgenommen, der Ausguck hatte ein schlimmes Verbrechen erspäht! Eine Ölspur! Die „Weiße Libelle“ war das meistgefürchtete Schiff in der Nordsee von Umweltsündern. Die fast 400 Mann starke Besatzung brachte die Schurken auf, bestrafte sie direkt vor Ort und Stelle – und anschließend war das Schiff der Umweltverbrecher verschwunden.

Das „Bermuda-Dreieck“ der Nordlande

Unter Umweltsündern sprachen sie bereits vom „Bermuda-Dreieck“ der Nordlande. Niemand hatte auch nur eine Chance, keiner entkam ihnen, wenn die „Weiße Libelle“ die Fährte aufgenommen hatte. Und das war auch wichtig: Die Weltmeere waren voll von Plastik, von Altöl, von versenkten Chemikalien. Sie töteten damit unzählige Meereslebewesen. Kaum ein Mensch konnte sich noch vorstellen, dass bis vor wenigen 100 Jahren die Meere so voll mit Fischen waren, dass die Fischer im Hafen einfach nur ihre Lanzen ins Wasser stechen mussten, um fette Beute zu machen. Heute waren die Weltmeere so überfischt, dass nahezu täglich eine weitere Fischart vom Aussterben bedroht war. Laut WWF sind 29 Prozent der weltweiten Fischbestände „überfischt oder erschöpft“, 61 Prozent werden bis an ihre Grenze genutzt. Verschwand ein Glied aus der Nahrungskette, brachte es die anderen zum Wanken. Seehunde mussten leiden, Seepferdchen schwommen mit trauriger Mine durch die Ozeane. Einige wenige Zweibeiner erließen zwar Gesetze, aber das Böse nahm einfach Überhand. Sie vergifteten, sie töteten das Meer! Und dem wirkte die Crew der „Weißen Libelle“ entgegen. Es war ihr Kampf für Freiheit, Leben und Liebe! Sie erzählten sich schon Horrorgeschichten über sie. Kopfüber hätten sie Umweltsünder dutzende Seemeilen am Heck im Wasser hinter sich hergezogen. Sie hatten ihnen so viele schreckliche Schreck- und Gruselgeschichten in 72-Stunden-Marathon-Lesungen vorgelesen – von ihnen war danach nie wieder etwas gehört worden. Gesehen schon gar nicht mehr. Und man munkelte, auch die Ölbohrplattformen waren nicht vor ihnen sicher. Wurden die Freibeuter misstrauisch, statteten sie den Plattformen einen Besuch ab. Warum man davon noch nie etwas gehört hatte? Nachdem die edlen Piraten den Menschen die Leviten gelesen hatten, mussten diese eine Verschwiegenheitsurkunde unterschreiben. So einfach war das. Und den Rest taten die anderen Menschen als Seemannsgarn ab.

Stinkender Ölteppich auf der Nordsee

„Hoho“, rief es wieder von oben. Diesmal bestätigte der zweite Ausguck die Spur. Ja! Es war Öl. Irgendein Crawler ließ Altöl ins Meer ab!! Schockschwerenot! Und das war nicht das erste Umweltverbrechen, dass sie in den vergangenen Tagen entdeckt hatten! Auffällig häufig hatten sie verklebte Möwen, Seehunde und Robben gefunden. Sie hatten alle an Bord fürchterlich, bitterlich geweint, als sie einige von ihnen hatten nicht retten können. Auch Tonnen von ganz fiesen Giftstoffen hatten sie mit ihren feinen Analysegeräten nachgewiesen. Der Tod in seiner flüssigen Form machte sich in der Nordsee breit! Schreckeeeelich! Hier ging etwas Unheimliches vor, etwas sehr, sehr Böses!! War das ein Attentat auf die Nordsee? Ein groß angelegter Angriff auf die Meeressäuger? Steckte dahinter ein Plan? „Hoho“, ertönte wieder der Ausguck. Das war zu viel! Sofort sprintete ein grüngekleideter Seemann zur Schiffsglocke. Bim Boing, Bim Boing, Bim Boing, bimmelte der Alarm der schweren Goldglocke, nun waren auch die Letzten an Bord wach, nahmen ihre Positionen ein. Das widerliche Öl zog sich als ein fast dreißig Meter langer Teppich über die dunkelblaue Nordsee. Ekelig, einfach abstoßend. Bäh. Aber: Wie bei jeder Spur führte es die „Weiße Libelle“ direkt zu seinem Verursacher. Und jetzt wurde auch immer deutlicher, was die „Weiße Libelle“ für ein wunderschönes Schiff war: Es war zwar eindeutig ein Piratenschiff aus Holz, aber es war in den wunderschönsten Regenbogenfarben gestrichen. Bunt, bunt, bunt! Die acht Segel schienen mit ihren bunten Farben den gesamten Horizont zu erfüllen! Sie leuchteten, sie glühten, sie strahlten! Und überall an der „Weißen Libelle“ waren Holzschnitte von allen Tieren der Welt eingelassen. Die Galionsfigur: ein güldener Löwe mit Flügeln. Gigantisch groß! Ja, das war Stolz! Nun konnte auch immer mehr von der Besatzung ausgemacht werden: Der Großteil der Crew trug grüne Uniformen. Sie sahen irgendwie alle gleich aus. Unter dieser grünen Masse bewegten sich eindeutig einige in anderen Farben. Und sie sahen von den Konturen auch anders aus.

Offiziere mit Flügeln?

Einer war größer, einer kleiner. Und einer schien sogar auf dem Schiff zu kriechen. War das eine Schlange? Am Ruder stand eindeutig ein Lebewesen, das auf jeden Fall anders war! Hatte es Flügel? Es trug auf jeden Fall einen Piratenhut und eine weit ausfallende Freibeuterhose, die in braunen Lederstiefeln endete. Eine schwarze Augenklappe war zwar um den Kopf gebunden, verdeckte aber nicht das Auge, sondern war zur Seite gedreht. So konnte man viel besser sehen. Auffällig: Er trug an der Brust neben dem dicken schwarzen Säbelgürtel hängend einen Sheriff-Stern! Hatte er da einen Seifenblasenpfeife im Mund? Blubb, Blubb, Blubb, stiegen kleine und große Bläschen in die Lüfte! Ja, das war eine Seifenblasenpfeife! Das war eindeutig der Rudermann. Und daneben stand eine Baronesse? Das diejenige eine blonde Lockenperücke und ein feines blaues Kleidchen trug, war ebenfalls eindeutig zu erkennen. Sie hielt vor sich eine riesige Seekarte. Uralt. Ragten da hinter ihr auch große Flügelchen in die Luft? Hinter ihnen stand eindeutig der erste Offizier des Schiffes. Er trug herrlichste Stoffe, ein Edelmann von oben bis unten. Mit Degen. Cool stand er einfach da, überwachte, wie die Mannschaft funktionierte. Nur der Captain war noch nicht zu sehen. Doch auch im höher gelegenen Offiziersbereich, auf Höhe des Ruderaufbaus, kam Bewegung rein. Der Kapitän machte sich bereit, das Kommando zu übernehmen.

Cäptn Wild Wild Sonja

„Kniiiiiirsch“, machte die Türe erst langsam, blau leuchtende Glühwürmchen schossen heraus, dann sprang sie mit einem Male auf. Tadaaaaaa: „Cäptn“ Wild Wild Sonja trat heraus – ihre wilde Energie sprang sofort auf die komplette Mannschaft an Deck über. Sie war wunderschön, einfach nicht zu beschreiben. Die Crew arbeitete vor Freude noch schneller,  Blackbeard Johnny drehte das Ruder noch wilder hin und her – so dass einigen nicht hart Gesottenen schon fast übel wurde. Lieutenant Darfo stand noch cooler als vorher da – und Baronesse Martha de beau fing hinter ihrer Karte an zu kichern. „Hihihi!“ Jetzt war klar: Die „Weiße Libelle“ wurde angeführt von den Schmetterlingen! Und die Crew bestand zum größten Teil aus Elfen!! Elfen vom Weihnachtsmann!! (Sie hatten im Sommer ja nichts zu tun. Und für ein paar Abenteuer waren einige von ihnen immer gerne zu haben. Auch wochenweise. Es gab ja so viele, die wechselsten sich ab.) Dazu trieben sich noch einige Lindwürmer, ein, zwei Einhörner und noch viele Märchenwesen mehr an Bord herum. Und sie hatten wieder eine Aufgabe: Die Meere der Welt von Umweltsündern zu befreien. Jetzt hatten sie eine Spur – und die Ganoven würden in ihrem Leben nie wieder etwas zu lachen haben! „Oh Captain, mein Captain!!“, drehten sich jetzt die fast 300 Elfen mit einem Male um, schauten Wild Wild Sonja freudig, mit großen leuchtenden Augen an. Sie ließ sich ein wenig Zeit, stand dann fest wie ein Felsen mit breiten Beinen vor dem Rudermann an den der Reling und öffnete voller Wut, voller Zielsicherheit und Selbstbewusstsein den Mund: „Nehmt Fahrt auf! Hisst alle Segel!!“ „Jipiiiiiiii“, schallte es ihr entgegen, Matrosenmützen flogen in die Luft, hunderte Delfine sprangen neben der „Weißen Libelle“ aus dem Wasser in die Höhe. Sie hatten ihren geheimen Geheimhafen in Büsum verlassen. „Schnappen wir uns die Schurken!!! …

guckst du wwf

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Liebe Leser, diese Geschichten wurden „live“ in diesen Blog geschrieben und einmal direkt im Anschluss Korrektur gelesen. Ihr mögt mögliche Fehler daher entschuldigen. Vielleicht gebt Ihr aber bitte bei der Sichtung eines Fehlers (inhaltlich oder von der Rechtschreibung her) einen Hinweis in Form eines Kommentars? Und: Hieraus wird wie immer ein Büchlein entstehen. Ein richtiges Korrektorat und Lektorat werden noch folgen. Die Schmetterlinge Martha, Darfo, Sonja und Johnny sowie alle anderen Märchenwesen danken Euch!!!

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