Zuckerwatte mit „dem Tod“ – ein seltenes Ereignis


Der Tod bekommt eine Liste mit Namen von Wilderern.

Der Tod kommt. Denn: Es gibt Arschlöcher, die jagen diese liebevollen Wesen. Seid euch sicher – ihr steht auf der Liste. Ohja.

… Der Mann im schwarzen Umhang legte seine Sense an der Schmetterlingscouch ab, setzte sich – und nahm freudig eine Zuckerwatte. „So, wie gehts, wie stehts?“, wollte er wissen. Aber erst: Knirsch, Knirsch, Knirsch. Martha gönnte sich gerade entspannt einen Erdbeerinha, Darfo und Johnny experimentierten in der Küche an einem Schoko-Honig-Pfirsich-Pfromm-Auflauf. „Ach“, ließ sich Sonja neben ihm fallen und zog altbacken eine Lesebrille auf. „Du weißt, es gibt Menschen, und es gab schon immer Menschen, bei denen wir nicht sicher waren oder sicher sind, ob sie die Menschheit, und damit alles Leben auf der Erde, in den Abgrund reißen werden“, schaute sie sich ihre Liste an. „Und?“ Knirsch, Knirsch, Knirsch. „Ach, ja“, legte Schmetterlingskriegerin Sonja die Lesebrille wieder ab, die Liste auf den Couchtisch vor sich hin – und zeigte darauf. „Wir wissen es einfach nicht.“ Der Mann, der keinen Bodymaß-Index zu haben schien, leckte den letzten Rest Zuckerwatte von der Stange ab – und schaute Martha bettelnd an.

Der Tod ist immer auf der Suche

„Öhhh“, verdrehte die ihre Äuglein, stellte ihr Getränk ab und watschelte nach hinten, zur geheimen Geheimtreppe. Klock, Pump, Platsch – Platsch, Pump, Klock, reichte sie ihm eine neue. Knirsch, Knirsch, Knirsch, verzog sich seine Kutte im Gesicht zu dem, was man ein Lächeln nennen könnte. „Wir haben Quartalstreffen“, erinnerte er die Märchenwesen an seinen Auftrag. Die Schmetterlinge saugten halt alles in der Welt auf, was ihnen unter die Augen und Ohren kam. Das war schon seit zehntausenden Jahren so. „Mich ärgert gerade so die Tierjagd“, raffte sich Schmetterlingskriegerin Sonja auf, zeigte auf die Liste auf dem Couchtisch. Die Schwarzkutte nagte sich den Zuckerwattestiel herunter. Knirsch, Knirsch, Knirsch. „Und es ist so widerlich, wie sie teilweise ihre Jagd entschuldigen“,  wedelte sie mit hoher Stimme eingeschnappt herum. „Er würde nur Tiere erschießen, bei denen es ’sein könnte‘, sie würden ihn auch töten können, sagte da einer.“ Löwen, Elefanten, Leoparden. „Arschloch“, fluchte sie, meinte damit aber auch alle anderen Hobby-Jäger. Wäre die Welt gerecht und würden diese Arschlöcher dieser Erklärung folgen, dann würde sich der „Penner“ mit Menschen messen. Sie würden sich einfach gegenseitig abknallen. Die waren schließlich die gefährlichsten Lebewesen auf dem Planeten. „Jawoll“, zeigte sie sauer auf ihren Zettel.

Der Tod und seine To-Do-Liste

Heute war der Tag, an dem die Schmetterlinge zum ersten Mal seit langem eine von ihnen geschriebene Liste an ihn weitergeben würden. „Sind da auch Politiker drauf?“, wollte die Schwarzkutte wissen, kam er aber selbst einer Schmetterlingsantwort zuvor: „Ich habe schon eine“, zog er aus einer Seitentasche seine To-Do-Liste heraus. Allerdings wirkte er wieder leicht geknickt: Seine Zuckerwatte war alle. Martha verdrehte genervt ihre Äuglein, sie sprang auf und machte sich auf den Weg gen Geheim-Keller. Doch zum Verzücken aller kamen just in diesem Moment Darfo und Johnny mit einem knusprig-duftendem Schoko-Honig-Pfirsich-Pfromm-Auflauf aus der Küche. Der Tod fühlte sich wie im Himmel, schob die Schmetterlingsliste erstmal beiseite. In den nächsten Minuten hatte er Besseres zu tun …

guckst du welt

 

Leave a comment

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.