Weihnachtsgeschichten: Die Wunschzettel-Bearbeitung


…ZackKlock – und Stempel war drauf. Weiterreichen. Sofort rannte der Schmetterling los. ZackKlock – und Stempel war drauf. Weiterreichen. Sofort rannte der nächste Schmetterling los. ZackKlock – und Stempel war drauf. Wieder weiterreichen…Kleine Pause. „Schuldigung“, kams zwischen den Zuckerwattebacken heraus, nahm der Schmetterling den Zettel. Johnny gab Gas und zischte los. ZackKlock – und Stempel war…nicht drauf. „Moment“, murmelte der alte Mann in seiner roten Robe. Überlegend kratzte er sich die Stirn. „Könnt ihr die letzten beiden nochmal zurückholen?“ SchluckSchluck, standen Darfo und Johnny kreidebleich da. „Äääähm…natürlich.“ Laaaangsam, wirklich laaangsam gingen sie zurück, holten die beiden Blätter wieder. Der Weihnachtsmann war gerade bei „M“. Aber sie hatten nicht viel Zeit. „Geht das nicht ein wenig schneller? Wir müssen vor dem 24sten fertig sein“, brummte er mit tiefer Stimme. Da kamen die beiden schon zurück…und überreichten die Wunschzettel. Der wichtigste Mann des Jahres legte das in seiner Hand befindliche Papier neben die beiden anderen Listen. „Mist“, zischte Darfo so leise, dass er es unmöglich mitbekommen konnte. Darfo hatte Johnny für seine Handschrift ordentlich Zuckerwatte gegeben. Er wollte doch nur die Geschenkezahl von Martha erhöhen. Sie hatten ihr auch drei Namen gegeben. Martha (ihr echter, eigener) Martha die Schöne (Darfo) und Martha die Prinzessin (der von Johnny). Lediglich die Anschrift war identisch: Schmetterlingshaus. „Wohnen bei euch drei Marthas?“, blickte der Weihnachtsmann auf. Mensch, mach einfach deinen Okay-Stempel drauf und lass uns weitermachen, flog es in Darfos Köpfchen herum. Seine weiteren Gedanken waren schon bei dem Moment, wenn Martha unter den Tannenbaum schauen würde. Das würde sehr, sehr, sehr gut für ihn ausgehen. Mädchen und Glücksgefühle. Knutschen und so. Wenn der Freund daneben stand… Aber jetzt schien alles in Gefahr. „Jahahaha“, nickten die beiden Jungs. „Plopp“, war der Phoenix vor Aufregung nur noch eine Aschewolke. Leicht kniff der Weihnachtsmann das rechte Auge zusammen, visierte seine Helfer an. Wie die Unschuldslämmer am Nordpol standen sie da, die Schmetterlingsjungs. Dingelingeling, läuteten die Elfen schon im Hintergrund, vermuteten sie eine Störung im Betrieb. „Hmmmm“, atmete der Weihnachtsmann schwer aus. „Na gut, ich will euch glauben!“ ZackKlock – und Stempel war drauf. Darfo nahm die Blätter und flitzte grinsend um die Ecke…doch dann machte er halt. Verschmitzt schaute er nach links und rechts, nach oben und unten – niemand da. Hervorragend! Da zog er ein gekochtes Ei aus seiner Jackentasche, griff unter den Pullover…und zog einen weiteren Stapel hervor. Vorsichtig rollte er das Ei über die frische Farbe des Stempels und drehte sie dann über den Wunschzettel von Martha die Liebe, Martha die Ewigkeit, Martha die Sterne, Martha Ein-Und-Alles, Martha die…wäre doch gelacht, wenn sich kleine Schmetterlinge nicht selber mit ein paar Knutschern extra an Weihnachten belohnen könnten…

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